BP setzt auf grüne Energie - aber anders
Das Unternehmen plant Umstrukturierungen im Bereich erneuerbarer Energien: Fokus auf Elektromobilität und grüne Brennstoffe

BP verlangsamt seinen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und setzt verstärkt auf erneuerbare Energien. Das Unternehmen plant, einen Großteil des erzeugten sauberen Stroms für sein wachsendes Netzwerk an Ladestationen für Elektrofahrzeuge und zur Produktion von kohlenstoffarmen Brennstoffen zu nutzen. Das erklärte Anja-Isabel Dotzenrath, Leiterin der grünen Energiesparte von BP. Sie betonte, dass das Unternehmen seine Beteiligung an erneuerbaren Energien nicht aufgeben werde, sondern lediglich die Bedingungen der Zusammenarbeit ändere. BP überprüft derzeit seine Solar- und Onshore-Windgeschäfte als Teil einer Überarbeitung, die in den letzten zwölf Monaten bereits zu Überholungen in der Offshore-Wind- und Wasserstoffsparte führte.
Das Unternehmen plant, 80% des erzeugten Stroms zu behalten, um seine globale Elektrofahrzeug-Infrastruktur zu versorgen und "grüne" Brennstoffe wie Wasserstoff herzustellen. Dieser Schritt ist ein bedeutender Wechsel, da der Großteil der erneuerbaren Energien von BP derzeit an das Stromnetz angeschlossen ist. BP will jedoch weiterhin einige Projekte im Rahmen herkömmlicher Stromversorgungsverträge bauen.
Die Pläne von BP zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien werden durch den Verlust von Gewinnen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien beeinträchtigt. Laut Dotzenrath wird die Produktion und der Verkauf von grünem Strom allein jedoch nicht ausreichen, um sich gegen traditionelle Energieversorger durchzusetzen. Das Unternehmen muss seinen Wettbewerbsvorteil ausspielen und seine Projekte integrieren.
BP hatte im letzten Monat auch seine geplanten Kürzungen bei Öl und Gas reduziert und seine Investitionen in erneuerbare Energien zurückgefahren. Trotz dieser Veränderungen bleibt das Unternehmen auf Kurs, seine Reduktionsziele für Öl und Gas bis 2030 um 25% zu erreichen. Dies ist immer noch ambitionierter als bei anderen globalen Konkurrenten. Die Kürzung der grünen Ambitionen von BP hat jedoch an der Börse positive Resonanz ausgelöst, und die Aktie ist seit der Bekanntgabe der Strategieaktualisierung um rund 17% gestiegen.
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Zur AktienanalyseDas Joint Venture von BP mit dem norwegischen Energieunternehmen Equinor steht im Mittelpunkt der neuen Strategie. BP will seinen Einfluss auf das US-Offshore-Wind-Joint-Venture erhöhen, um seine Mitarbeiter stärker in das Projekt einzubeziehen. BP hat in den letzten zwei Jahren Hunderte von Mitarbeitern von Unternehmen für erneuerbare Energien eingestellt, um in der Branche konkurrenzfähiger zu werden.

