ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

BP scheitert bei Klimaabstimmung: Aktionäre rebellieren gegen Konzern

Auf der BP-Jahreshauptversammlung lehnten Investoren zwei Sonderbeschlüsse zur Reduzierung der Klimaberichtspflichten deutlich ab.

BP scheitert bei Klimaabstimmung: Aktionäre rebellieren gegen Konzern

BP hat auf seiner Jahreshauptversammlung am Donnerstag eine empfindliche Niederlage erlitten. Zwei Sonderbeschlüsse, mit denen der britische Ölkonzern seine Berichtspflichten zu Klimafragen reduzieren wollte, erhielten lediglich 47 Prozent der Stimmen – weit unter der erforderlichen Schwelle von 75 Prozent für eine Annahme. Die Aktionäre schickten damit ein klares Signal an das Management.

Konkret hatte BP beantragt, zwei frühere Aktionärsbeschlüsse aus den Jahren 2015 und 2019 aufzuheben. Diese verpflichten den Energiekonzern zur Veröffentlichung klimabezogener Daten. BP argumentierte, die Beschlüsse seien durch inzwischen geltende obligatorische Klimaberichterstattungsvorschriften überflüssig geworden. Die Investoren sahen das anders.

Ebenfalls abgelehnt wurde ein Beschluss, der BP die Abhaltung rein elektronischer Hauptversammlungen erlaubt hätte. Das Unternehmen hatte damit argumentiert, mehr internationalen Aktionären die Teilnahme zu ermöglichen.

Neuer Verwaltungsratsvorsitzender unter Druck

Auch der neue Verwaltungsratsvorsitzende Albert Manifold (63) geriet ins Kreuzfeuer der Kritik. Mehr als 18 Prozent der Anleger stimmten gegen seine Bestätigung als Vorsitzender – ein ungewöhnlich hoher Wert für britische Verhältnisse. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 erhielt sein Vorgänger Helge Lund die Unterstützung von 96 Prozent der stimmberechtigten Aktionäre, was als typisches Ergebnis für ein britisches Vorstandsmitglied gilt.

Der Stimmrechtsberater Glass Lewis hatte Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung geäußert und Investoren empfohlen, gegen Manifold zu stimmen. Legal & General Investment Management, ein Top-10-Aktionär mit einem Anteil von rund 1,5 Prozent, schloss sich dieser Empfehlung an. Als Begründung nannte das Unternehmen Bedenken, dass Manifold die Transparenz des Konzerns verringere und es erschwere nachzuvollziehen, wie BP die Risiken der Energiewende bewältigen wolle. Öffentliche Unterstützung erhielt Manifold hingegen vom norwegischen Staatsfonds, der rund 2,7 Prozent an BP hält.

Manifold selbst verteidigte die abgelehnten Beschlüsse und erklärte, sie seien „im Kontext der Vereinfachung und Wertsteigerung" vorgelegt worden und stellten eine Reaktion auf das Feedback der Aktionäre dar. Zur Frage des ausgeschlossenen Aktionärsantrags des niederländischen Aktivisten Follow This sagte er: „Es steht außer Frage, dass irgendjemand irgendetwas blockiert. Wenn Sie eine Resolution nicht regelkonform einreichen, sind wir rechtlich verpflichtet, sie nicht anzunehmen."

Follow This und weiterer Aktionärsdruck

Die Jahreshauptversammlung war bereits im Vorfeld von Kontroversen begleitet worden. BP hatte einen Aktionärsantrag des niederländischen aktivistischen Investors Follow This sowie einer Gruppe von Pensionsfonds ausgeschlossen. Dieser Antrag forderte den Konzern auf, Strategien zur Erhaltung des Shareholder Value bei sinkender Öl- und Gasnachfrage darzulegen. Follow This setzt seine rechtlichen Schritte gegen diese Entscheidung fort.

Mark van Baal, Geschäftsführer von Follow This, kommentierte das Abstimmungsergebnis zur Klimaberichterstattung deutlich: Die Niederlage signalisiere, dass „die Aktionäre sich weigern, BP seine Berichterstattungspflichten stillschweigend begraben zu lassen."

Zusätzlich unterstützte mehr als ein Viertel der Aktionäre einen weiteren Antrag, der BP auffordert, seine Investitionsausgaben für Upstream-Öl und -Gas zu rechtfertigen. Dieser wurde vom Australasian Centre for Corporate Responsibility und einer Gruppe weiterer Investoren eingereicht. Gemäß britischen Corporate-Governance-Normen ist BP nun verpflichtet, seine Aktionäre zu diesem Thema zu konsultieren und darüber Bericht zu erstatten.

Die Abstimmungsergebnisse zeigen, dass institutionelle Investoren den Druck auf BP in Klimafragen aufrechterhalten – trotz der jüngsten strategischen Neuausrichtung des Konzerns hin zu einer stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft mit Öl und Gas.

Bp AktionäreKlimaabstimmung BpJahreshauptversammlung BpAlbert ManifoldFollow This BpKlimaberichterstattungEsg Investoren

Disclaimer