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BP feuert Verwaltungsratschef Manifold wegen Mobbing-Vorwürfen

Der Ölkonzern BP hat seinen Chairman Albert Manifold mit sofortiger Wirkung abgesetzt – wegen Mobbing und Verstößen gegen Governance-Regeln.

BP feuert Verwaltungsratschef Manifold wegen Mobbing-Vorwürfen

Der britische Ölkonzern BP hat seinen Verwaltungsratsvorsitzenden Albert Manifold mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Der Board des in London ansässigen Unternehmens beschloss einstimmig, dass Manifold nicht länger als Chairman fungieren solle. Hintergrund sind schwerwiegende Vorwürfe rund um sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern sowie einen unsachgemäßen Umgang mit vertraulichen Unternehmensinformationen.

Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen soll Manifold Mitarbeiter verbal attackiert und schikaniert haben. Die Bedenken beziehen sich dabei auf sein Verhalten gegenüber sowohl nachrangigen als auch leitenden Angestellten. Damit reichen die Vorwürfe quer durch die gesamte Unternehmenshierarchie.

Einstimmige Entscheidung des Boards

Das BP-Board reagierte entschlossen auf die Berichte. Amanda Blanc, Senior Independent Director des Unternehmens, kommentierte die Entscheidung mit deutlichen Worten: „Das Board war überrascht und enttäuscht, von Mängeln bei der Governance-Aufsicht und Verhaltensweisen zu erfahren, die es als inakzeptabel erachtet, und hat entschlossene Maßnahmen ergriffen."

Neben den Mobbing-Vorwürfen steht Manifold auch im Verdacht, vertrauliche Informationen an Unbefugte weitergegeben zu haben. Zudem soll er dem Board selbst wichtige Informationen vorenthalten haben. Diese Kombination aus Fehlverhalten im Umgang mit Mitarbeitern und Verstößen gegen grundlegende Governance-Prinzipien dürfte den Ausschlag für die sofortige Absetzung gegeben haben.

Schwerer Schlag für BP in turbulenten Zeiten

Der Rauswurf des Verwaltungsratsvorsitzenden ist ein erheblicher Reputationsschaden für BP. Das Unternehmen steht ohnehin unter Druck: Der Konzern befindet sich mitten in einem strategischen Umbau und sieht sich mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Der Verlust des Chairmans unter derart belastenden Umständen dürfte das Vertrauen von Investoren und der Öffentlichkeit zusätzlich belasten.

Für deutsche Anleger, die BP-Aktien im Depot halten, ist die Entwicklung ein wichtiges Signal. Governance-Skandale an der Unternehmensspitze können das Vertrauen in die Führungsqualität eines Konzerns nachhaltig erschüttern. Die Aktie von BP notierte zuletzt mit einem Minus von rund 2,76 Prozent, was die Nervosität der Märkte widerspiegelt.

Wer die Nachfolge als Chairman antritt, ließ BP zunächst offen. Das Unternehmen steht nun vor der Aufgabe, schnell eine geeignete Führungspersönlichkeit zu finden, um die Stabilität im Board wiederherzustellen und das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.

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