Bosch tätigt größte Übernahme der Firmengeschichte
Erwerb des Heizungs- und Klimatechnikgeschäfts von Johnson Controls für 8 Milliarden Dollar

Der Technologiekonzern Bosch hat bekannt gegeben, das Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnikgeschäft für Gebäude vom US-Konzern Johnson Controls zu übernehmen. Dies wurde am Dienstag mitgeteilt. Zusätzlich wird Bosch eine Gemeinschaftsfirma von Johnson und dem japanischen Konzern Hitachi vollständig übernehmen, die vor allem Klimaanlagen produziert.
Diese Übernahme stellt die größte in der Geschichte von Bosch dar, mit einem Kaufpreis von insgesamt rund acht Milliarden Dollar, was umgerechnet etwa 7,4 Milliarden Euro entspricht. Von dieser Summe gehen 6,7 Milliarden Dollar an Johnson Controls, während der Restbetrag an Hitachi fließt. Hitachi behält weiterhin sein Geschäft mit Klimatechnik für Datencenter.
Die erworbenen Geschäftseinheiten erzielten 2023 mit 12.000 Beschäftigten einen Umsatz von vier Milliarden Euro. Die Verträge wurden bereits unterzeichnet, jedoch stehen die behördlichen Genehmigungen noch aus. Bosch strebt an, den Deal innerhalb von zwölf Monaten abzuschließen.
Bosch-CEO Stefan Hartung äußerte, dass das Unternehmen mit dem Zukauf weltweit eine führende Marktposition im Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsmarkt erlangen wird. Unter dem Geschäftsbereich Home Comfort soll ein Unternehmen mit 26.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von neun Milliarden Euro entstehen. Hartung hatte bereits im Mai in einem Interview angedeutet, dass größere Akquisitionen geplant seien.
Der Markt für Heiz- und Klimatechnik ist besonders lukrativ, und das Management erwartet bis 2030 ein Wachstum von 40 Prozent. Bosch war bisher stark bei Gas- und Ölheizungen, jedoch schwächer bei elektrischen Systemen wie Wärmepumpen und Klimaanlagen. Diese strategische Lücke soll durch den Zukauf geschlossen werden.
Gerüchteweise bestand auch Interesse am US-Konzern Carrier Global. Als dieser dann im letzten Jahr die Klimasparte von Viessmann übernahm und somit in den Heimatmarkt von Bosch vordrang, stieg der Handlungsdruck für Bosch. Mit dem aktuellen Deal stärkt Bosch vor allem seine Präsenz in Asien und den USA und erhält langfristige Lizenzen für Marken wie York und Coleman sowie für den asiatischen Namen Hitachi. Die Transaktion umfasst 16 Produktionsstandorte und zwölf Entwicklungsstandorte in mehr als 30 Ländern.
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Zur AktienanalyseJohnson Controls, ein multinationaler Mischkonzern mit über 100.000 Beschäftigten und rechtlichem Sitz in Cork, Irland, meldete für 2023 einen Umsatz von rund 27 Milliarden Dollar. Nach der Bekanntgabe der Übernahme stieg die Aktie des Konzerns im vorbörslichen Handel um gut drei Prozent, was auf die Zufriedenheit der Aktionäre mit dem erzielten Preis hinweist. Bosch wurde bei der Transaktion von Perella Weinberg als Finanzberater und Sullivan Cromwell als Rechtsberater unterstützt.
Bosch kann sich diesen bedeutenden Zukauf leisten, da das Unternehmen im vergangenen Jahr zu günstigen Konditionen über die größte Anleihe der Firmengeschichte 4,5 Milliarden Euro beschafft hat. Bereits damals wurde der Erlös mit geplanten Zukäufen begründet.


