Börsenstart: Futures steigen, Ölpreise fallen nach US-Iran-Waffenstillstand
Aktien-Futures legen deutlich zu, Ölpreise brechen ein – eine ereignisreiche Woche mit Big-Tech-Zahlen und Fed-Entscheidung beginnt.

Die Aktien-Futures notieren am Montagmorgen kräftig im Plus, nachdem die wichtigsten US-Indizes in der vergangenen Woche Verluste verzeichnet hatten. Auslöser der positiven Stimmung ist vor allem die Entspannung im Nahen Osten: Die USA und der Iran haben ihre gegenseitigen Angriffe nach zwei Wochen intensivierter Kämpfe am Wochenende eingestellt. Gleichzeitig bereiten sich Anleger auf eine der ereignisreichsten Wochen des Quartals vor.
Futures-Kontrakte auf den S&P 500 legten zuletzt um 0,8 % zu, der Dow Jones Industrial Average um 1,0 % und der technologielastige Nasdaq um 1,3 %. Für den S&P 500 und den Nasdaq war die vergangene Woche die zweite Verlustwoche in Folge, der Dow verzeichnete sogar eine dreiwöchige Pechsträhne – belastet durch eine Flut von Quartalsberichten großer Technologieunternehmen.
Ölpreise brechen ein – Waffenstillstand zwischen USA und Iran
Der WTI-Rohölpreis fiel am Montagmorgen um rund 6 % auf etwa 84 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund ist die Aussetzung weiterer gegenseitiger Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Laut einem Bericht der Associated Press erklärten Beamte in der Region, die Bemühungen um eine Rückkehr an den Verhandlungstisch kämen gut voran.
Vermittler wie Katar und Pakistan – die bereits das letzte Waffenstillstandsabkommen Anfang des Jahres ausgehandelt hatten – sollen in einigen Bereichen „erhebliche" Fortschritte erzielt haben, darunter bei der Kontrolle des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Der fallende Ölpreis belastete im frühen vorbörslichen Handel die Aktien großer Energiekonzerne: Chevron (CVX), ExxonMobil (XOM) und ConocoPhillips (COP) verloren jeweils rund 3 %.
Gold-Futures stiegen dagegen um 0,5 % auf 4.090 US-Dollar pro Unze. Bitcoin wurde bei rund 65.000 US-Dollar gehandelt, nach einem Wochenendtief von etwa 63.700 US-Dollar. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen lag bei 4,65 %, nachdem sie Ende der Vorwoche noch über 4,70 % gestiegen war – dem höchsten Stand seit Anfang 2025.
Chip-Aktien erholen sich vom Freitags-Ausverkauf
Halbleiteraktien zeigen sich am Montagmorgen erholt, nachdem sie zum Wochenschluss den Rückgang im Nasdaq angeführt hatten. Der iShares Semiconductor ETF (SOXX) legte im frühen vorbörslichen Handel um mehr als 2 % zu. Nvidia (NVDA), Advanced Micro Devices (AMD), Broadcom (AVGO) und Intel (INTC) gewannen allesamt an Boden.
Besonders auffällig war der Kursverlauf von Intel am Freitag: Die Aktie brach um 8 % ein, obwohl der Quartalsbericht die Analystenerwartungen deutlich übertraf. Dies verdeutlicht, wie volatil der Handel mit Technologieaktien derzeit ist – getrieben von Sorgen um die Nachhaltigkeit der massiven KI-Ausgaben. Der Roundhill Memory ETF (DRAM) stieg am Montagmorgen um 4 %, da sich Micron Technology (MU) und Sandisk (SNDK) von ihren herben Freitagsverlusten erholten.
Big-Tech-Zahlen und Fed-Entscheidung dominieren die Woche
Die Berichtssaison der großen Technologieunternehmen geht in dieser Woche in die entscheidende Phase. Meta Platforms (META) und Microsoft (MSFT) legen ihre Quartalsergebnisse am Mittwoch vor, Apple (AAPL) und Amazon (AMZN) folgen am Donnerstag. Alphabet (GOOGL) und Tesla (TSLA) hatten ihre Berichte bereits in der Vorwoche veröffentlicht – beide Aktien brachen daraufhin ein, da Anleger weiterhin bezweifeln, ob sich die enormen KI-Investitionen auszahlen werden.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseNeben den Technologiegiganten berichten in dieser Woche auch Visa (V), Coca-Cola (KO), Boeing (BA), UPS, Ford (F), PayPal (PYPL), Arm Holdings (ARM), Qualcomm (QCOM) und Procter & Gamble (PG). Parallel dazu beginnt die US-Notenbank Federal Reserve am Dienstag ihre zweitägige Zinssitzung. Die Bekanntgabe der Zinsentscheidung sowie eine Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh sind für Mittwochnachmittag angesetzt.
Nvidia könnte 250 Milliarden Dollar für OpenAI absichern
Abseits der Quartalssaison sorgt eine weitere Meldung für Aufsehen: Nvidia (NVDA) und OpenAI führen laut einem Bericht des Wall Street Journal Gespräche darüber, dass der KI-Chip-Riese Finanzierungen von bis zu 250 Milliarden US-Dollar garantiert. Damit soll OpenAI in die Lage versetzt werden, Flächen in einem staatlich geförderten Rechenzentrumsstandort im US-Bundesstaat Ohio zu mieten. Laut dem Journal könnte Nvidias Unterstützung OpenAI dabei helfen, die erforderlichen Mittel für die Anmietung des Standorts zu sichern, der in Partnerschaft mit einem japanischen Unternehmen betrieben werden soll.


