Börsenstart: Fed-Sitzung, Ölpreisanstieg und OpenAI-Schock belasten Märkte
Aktienfutures im Minus, Öl über 100 Dollar und verfehlte OpenAI-Ziele prägen den Handelstag am 28. April 2026.

Die US-Aktienmärkte starten am Dienstag, dem 28. April 2026, mit gemischten Vorzeichen in den Handelstag. Eine Flut von Quartalsberichten, steigende Ölpreise und Unsicherheiten rund um den Iran-Konflikt belasten die Stimmung der Anleger. Gleichzeitig beginnt die US-Notenbank Federal Reserve ihre zweitägige geldpolitische Sitzung – möglicherweise die letzte unter dem Vorsitz von Jerome Powell.
Die Futures auf den S&P 500 gaben zuletzt um 0,6 % nach, die technologielastige Nasdaq verlor sogar 1,2 %. Lediglich die Futures auf den Dow Jones Industrial Average legten leicht um 0,2 % zu. Dabei hatten S&P 500 und Nasdaq am Montag noch auf Rekordhochs geschlossen.
Ölpreis springt über 100 Dollar – Straße von Hormus bleibt geschlossen
Der Rohölpreis zieht kräftig an: Die Futures auf West Texas Intermediate (WTI), die US-Referenzsorte für Rohöl, stiegen um 5,6 % auf 101,80 Dollar pro Barrel – der erste Stand über der 100-Dollar-Marke seit drei Wochen. Grund ist die anhaltende Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt und die weiterhin geschlossene Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte weltweit.
Präsident Trump hatte in der vergangenen Woche erklärt, den Waffenstillstand mit dem Iran zu verlängern, bis Teheran einen neuen Vorschlag vorlegen könne. Friedensgespräche, auf die Investoren am Wochenende gehofft hatten, wurden jedoch abgesagt. Berichten zufolge hat der Iran ein Abkommen vorgeschlagen, das die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht, während Verhandlungen über sein Atomprogramm verschoben werden sollten. Das Weiße Haus zeigte sich laut der Nachrichtenagentur Associated Press an einem solchen Deal wenig interessiert, da der Abbau des iranischen Atomprogramms eines der erklärten Ziele der US-Regierung in diesem Konflikt ist.
Neben Öl bewegen sich auch andere Anlageklassen deutlich: Gold-Futures gaben um 2,5 % auf 4.575 Dollar pro Unze nach. Bitcoin notierte bei 76.200 Dollar, nach einem am Montag erreichten Hoch von 79.500 Dollar. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg auf 4,37 % – der höchste Stand seit einem Monat – nach 4,34 % am Vortag.
Fed-Sitzung: Powells mögliches letztes Kapitel als Notenbankchef
Die Federal Reserve beginnt heute ihre zweitägige Zinssitzung. Es könnte das letzte Mal sein, dass Fed-Chef Jerome Powell den Offenmarktausschuss (FOMC) leitet, da seine Amtszeit als Vorsitzender im nächsten Monat ausläuft. Als Nachfolger hat Präsident Trump Kevin Warsh nominiert, der sich derzeit im Bestätigungsverfahren des Senats befindet. Powell könnte jedoch als Mitglied des Gouverneursrats der Fed verbleiben.
Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts stellen die Fed vor ein Dilemma: Stark gestiegene Treibstoffpreise heizen die Inflation an, während der Preisdruck gleichzeitig die Beschäftigung bremsen könnte – beides Kernziele der Notenbank. Erwartet wird, dass die Fed ihren Leitzins diese Woche unverändert lässt. Die Zinsentscheidung sowie eine Pressekonferenz mit Powell sind für Mittwochnachmittag geplant, wenn Anleger auf Hinweise zu möglichen Zinsschritten im weiteren Jahresverlauf hoffen.
Berichtssaison auf Hochtouren – Tech-Giganten folgen morgen
Die laufende Berichtssaison nimmt heute Fahrt auf. Bereits am Morgen haben unter anderem Coca-Cola (KO), General Motors (GM), Spotify (SPOT), United Parcel Service (UPS), Hilton (HLT), Corning (GLW), Sherwin-Williams (SHW) und Kimberly-Clark (KMB) ihre Quartalszahlen vorgelegt.
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Zur AktienanalyseAm Nachmittag folgen die Ergebnisse von Visa (V), T-Mobile (TMUS), Starbucks (SBUX), Robinhood (HOOD), Mondelez (MDLZ) und Caesars Entertainment (CZR). Diese Berichte dürften wichtige Hinweise auf die Verfassung der US-Konsumenten liefern. Das eigentliche „Tech-Earnings-Spektakel" beginnt morgen nach Börsenschluss, wenn Microsoft (MSFT), Meta Platforms (META), Alphabet (GOOGL) und Amazon (AMZN) ihre Zahlen präsentieren – Berichte, die richtungsweisend für den gesamten Aktienmarkt sein könnten.
OpenAI verfehlt Ziele – Tech-Aktien unter Druck
Besonders belastet werden Technologieaktien durch einen Bericht des Wall Street Journal vom Montagabend. Demnach hat OpenAI, der Entwickler des KI-Chatbots ChatGPT, eine Reihe interner Benchmarks für Umsatz und Nutzerwachstum verfehlt. Laut dem Bericht haben einige Führungskräfte den Zeitplan für einen geplanten Börsengang von OpenAI in diesem Jahr sowie die Fähigkeit des Unternehmens infrage gestellt, den Umsatz schnell genug zu steigern, um die in Verträgen über hunderte Milliarden Dollar vereinbarten Rechenkapazitäten von Rechenzentren zu finanzieren.
Die Nachricht zieht mehrere Partner von OpenAI in Mitleidenschaft: Oracle (ORCL) und CoreWeave (CRWV) verloren vorbörslich jeweils rund 7 %. Advanced Micro Devices (AMD) gab um 6 % nach, Nvidia (NVDA) um 3 %. Die Aktien von Microsoft, dem größten Investor von OpenAI, fielen um 1 %. Für Anleger, die auf den KI-Boom gesetzt haben, ist der Bericht ein deutliches Warnsignal – gerade in einer Woche, in der die großen Tech-Konzerne ihre Quartalszahlen vorlegen.


