Börsenausblick: SpaceX Lock-up, Chipaktien und Moderna im Fokus
Uneinheitliche Futures, SpaceX-Lock-up-Ablauf, Kurseinbrüche bei Speicherchipherstellern und eine FDA-Zulassung für Moderna prägen den Handelstag.

Die US-Aktienmärkte starten am Donnerstag, dem 6. August 2026, mit einem uneinheitlichen Bild in den Handelstag. Futures auf den Dow Jones Industrial Average stiegen zuletzt um 0,2 %, S&P-500-Futures legten um 0,1 % zu, während Nasdaq-Futures um 0,6 % nachgaben. Belastet wird der Technologiesektor vor allem durch schwache Vorgaben aus dem Speicherchip-Segment.
Der Dow Jones hatte zuletzt eine bemerkenswerte Aufwärtsbewegung hingelegt: In den vergangenen fünf Handelstagen legte der Index fast 2.800 Punkte zu und schloss gestern zum dritten Mal in Folge auf einem Rekordhoch. Auch der S&P 500 markierte im Handelsverlauf ein Allzeithoch, beendete den Tag jedoch im Minus. Der Nasdaq gab ebenfalls nach, belastet durch Kurseinbrüche bei SpaceX (SPCX) und Advanced Micro Devices (AMD) nach deren Ergebnisberichten.
An den Rohstoff- und Anleihemärkten zeigt sich ein gemischtes Bild. WTI-Rohöl-Futures stiegen um 1 % auf 76 US-Dollar pro Barrel, während Anleger mögliche Entwicklungen rund um ein Friedensabkommen mit dem Iran beobachten. Gold-Futures notierten leicht im Plus bei 4.315 US-Dollar pro Unze, Bitcoin zeigte sich bei 64.400 US-Dollar kaum verändert. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg leicht von 4,62 % auf 4,64 %.
SpaceX: Erste Lock-up-Periode läuft ab
Ein zentrales Thema des heutigen Handelstages ist das Ablaufen der ersten Haltefrist (Lock-up-Periode) bei SpaceX (SPCX). Seit dem Börsengang Mitte Juni waren bestimmte Aktionäre – darunter Insider und Vor-Börsengang-Investoren – durch vertragliche Beschränkungen am Verkauf ihrer Anteile gehindert. Ab heute werden mehr als 900 Millionen Aktien von diesen Handelsbeschränkungen befreit.
Ob dies zu einem massiven Verkaufsdruck führt, ist unter Experten umstritten. Unklar bleibt, wie viele frühe Investoren ihre Anteile unmittelbar veräußern wollen. Zudem handelt es sich lediglich um den ersten von mehreren geplanten Lock-up-Ablaufterminen. Im vorbörslichen Handel stiegen die SpaceX-Aktien um mehr als 2 %, nachdem sie am Vortag um 14 % auf ihren niedrigsten Schlusskurs aller Zeiten gefallen waren. Zum Start der heutigen Sitzung liegt die Aktie 20 % unter ihrem Emissionspreis und 52 % unter dem Rekordhoch, das kurz nach dem Börsengang erreicht worden war.
Sandisk und Western Digital: Starke Zahlen, schwacher Ausblick
Trotz besser als erwarteter Quartalsergebnisse brechen die Aktien von Sandisk (SNDK) und Western Digital (WDC) heute Morgen ein. Sandisk meldete für das vierte Geschäftsquartal einen Umsatz von 8,97 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 39,25 US-Dollar – beide Kennzahlen übertrafen die Analystenprognosen deutlich. Auch Western Digital übertraf die Schätzungen, wenn auch mit geringerem Abstand.
Der entscheidende Dämpfer kam jedoch vom Ausblick: Sandisk gab eine Umsatz- und Gewinnprognose ab, die hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Auch der Ausblick von Western Digital enttäuschte die Anleger trotz eines geringfügig besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisses. Western-Digital-Aktien fielen vorbörslich um 14 %, Sandisk-Papiere gaben um 11 % nach. Der auf Speicherchips spezialisierte Roundhill Memory ETF (DRAM) verlor 7 %.
Honeywell Aerospace enttäuscht mit erstem Einzelbericht
Honeywell Aerospace (HONA) legte seinen ersten Ergebnisbericht seit der Abspaltung vom Mutterkonzern Honeywell (HON) im Juni vor – und verfehlte die Erwartungen. Das Unternehmen erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,87 US-Dollar bei einem Umsatz von 4,52 Milliarden US-Dollar. Beide Werte lagen unter dem Konsens der Analysten laut Visible Alpha.
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Zur AktienanalyseBesonders schwer wog die Senkung des Jahresausblicks: Honeywell Aerospace strebt nun ein organisches Umsatzwachstum von 4 % bis 5 % an, nachdem zuvor 7 % bis 9 % in Aussicht gestellt worden waren. CEO Jim Currier begründete die Anpassung damit, dass es „umsichtig" sei, die Prognose „an den nachgewiesenen Kapazitäten unserer Lieferkette auszurichten". Die Aktie fiel zuletzt um 17 % und steuert damit auf ein Rekordtief zu.
Moderna profitiert von FDA-Zulassung
Einen positiven Ausreißer liefert Moderna: Die Aktien des Biotechnologieunternehmens legen zu, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA den mRNA-basierten Grippeimpfstoff des Unternehmens zugelassen hat. Moderna, bekannt durch seinen mRNA-COVID-19-Impfstoff, weitet damit seine Technologieplattform auf den Grippemarkt aus – ein bedeutender Schritt für das Unternehmen und die mRNA-Technologie insgesamt.


