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Boliden verfehlt Q2-Erwartungen: Minenstörungen und Hüttenverzögerung belasten Ergebnis

Seismische Aktivitäten in Garpenberg und Anlaufprobleme in Odda drücken den bereinigten operativen Gewinn deutlich unter die Analystenprognosen.

Boliden verfehlt Q2-Erwartungen: Minenstörungen und Hüttenverzögerung belasten Ergebnis

Der schwedische Bergbaukonzern Boliden hat im zweiten Quartal einen bereinigten operativen Gewinn gemeldet, der die Erwartungen der Analysten klar verfehlt hat. Die Aktie reagierte am Dienstag mit einem Kursrückgang von rund 3 Prozent. Als Hauptbelastungsfaktoren nannte das Unternehmen höhere Kosten, Betriebsunterbrechungen in der schwedischen Mine Garpenberg sowie Verzögerungen beim Hochfahren der Zinkhütte Odda in Norwegen.

Das operative Ergebnis ohne die Neubewertung von Prozessvorräten belief sich im zweiten Quartal auf 2,87 Milliarden schwedische Kronen – umgerechnet rund 296,8 Millionen US-Dollar. Obwohl sich dieser Wert im Jahresvergleich mehr als verdoppelt hat, blieb er deutlich hinter dem unternehmenseigenen Analystenkonsens von 3,26 Milliarden Kronen zurück. Auch gegenüber dem ersten Quartal, in dem Boliden noch 4,43 Milliarden Kronen erzielte, war das Ergebnis spürbar rückläufig.

Garpenberg: Seismische Aktivitäten legen Betrieb lahm

Ein zentraler Belastungsfaktor war die deutlich geringere Produktion in der Mine Garpenberg. Ungewöhnliche seismische Aktivitäten und ein Steinschlag im März zwangen das Unternehmen, den Betrieb bis Ende April vollständig einzustellen. Inzwischen wurde die Produktion in den nicht betroffenen Bereichen wieder aufgenommen, und die beschädigte Erzförderanlage ist laut Boliden vollständig repariert. An seiner mittelfristigen Prognose für Garpenberg hält der Konzern fest: Für 2026 werden 1,5 Millionen Tonnen gemahlenes Erz erwartet, für 2027 sogar 2,3 Millionen Tonnen.

Trotz der operativen Rückschläge gab es auch positive Entwicklungen. Die Minen Somincor in Portugal und Zinkgruvan in Schweden lieferten eine starke Performance. Zudem stiegen die durchschnittlichen Metallpreise im Vergleich zum Vorquartal: Kupfer verteuerte sich um 4 Prozent, Zink sogar um 7 Prozent. Diese Zuwächse konnten die Produktionsausfälle in Garpenberg jedoch nicht vollständig kompensieren.

Makroökonomisches Umfeld bleibt angespannt

Boliden verwies zudem auf das herausfordernde makroökonomische Umfeld. Die Krise im Nahen Osten trieb die Energiepreise in die Höhe, was die Erwartung längerfristig hoher Zinsen verstärkte und die gesamtwirtschaftlichen Aussichten eintrübte. Für einen rohstoffintensiven Konzern wie Boliden sind steigende Energiekosten ein direkter Ergebnisbelaster.

Analysten von JPMorgan kommentierten die Quartalsergebnisse zurückhaltend und merkten an, dass es keine wesentlichen neuen Informationen zur aktuellen Situation gebe. Boliden teilte darüber hinaus mit, dass der Hochlauf der Erweiterung der Zinkhütte Odda aufgrund von Problemen beim Anlauf verzögert wurde – ein weiterer Faktor, der das Quartalsergebnis belastete.

Boliden ist einer der bedeutendsten Bergbau- und Schmelzkonzerne Nordeuropas und an der Stockholmer Börse notiert. Das Unternehmen fördert und verarbeitet Metalle wie Zink, Kupfer, Blei, Gold und Silber an mehreren Standorten in Schweden, Finnland, Norwegen, Irland und Portugal. Für deutsche Investoren ist Boliden als Barometer für den europäischen Basismetallsektor von Interesse, da die Metallpreise und Produktionskosten des Konzerns eng mit globalen Konjunkturtrends verknüpft sind.

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