BofA wird vorsichtiger bei europäischen Infrastrukturaktien
Die Bank of America ändert ihre Strategie bei europäischen Infrastrukturaktien für 2026. Nach durchschnittlichen Renditen von 47% im vergangenen Jahr setzt die US-Bank nun auf einen selektiveren Ansatz und reduziert ihr Engagement in Frankreich deutlich.

Die Bank of America (BofA) nimmt nach einem außergewöhnlich starken Jahr eine strategische Neuausrichtung bei europäischen Infrastrukturaktien vor. Die Analysten um Marcin Wojtal begründen den vorsichtigeren Kurs mit den bereits erzielten hohen Gewinnen und zunehmenden Risiken in einzelnen Märkten.
Starke Performance im Rückspiegel
Der europäische Infrastruktursektor konnte in den vergangenen zwölf Monaten mit durchschnittlichen Gesamtrenditen von rund 47% überzeugen. Diese beeindruckende Performance veranlasst die BofA-Analysten nun zu einer kritischeren Bewertung der weiteren Aussichten. Die Neuausrichtung führte zu vier Herabstufungen und einer Hochstufung im Coverage-Universum.
Frankreich-Engagement wird reduziert
Besonders deutlich fällt die Zurückhaltung bei französischen Konzessionsaktien aus. Die BofA stufte Vinci, Aeroports de Paris und Getlink auf "Underperform" herab, während Eiffage nur noch mit "Neutral" bewertet wird. Als Hauptgründe nennen die Analysten gedämpftes Wachstum, steigende Steuerrisiken in Frankreich sowie erhöhte Investitionsausgaben bei gleichzeitig schwächerer Dynamik beim freien Cashflow.
US-Engagement wird favorisiert
Im Gegenzug setzt die Bank verstärkt auf Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in den USA. Hochtief und ACS werden als Hauptprofiteure des boomenden US-Rechenzentrumbaus hervorgehoben. Auch Ferrovial erhält eine positive Einschätzung, insbesondere wegen der Preissetzungsmacht bei US-amerikanischen und kanadischen Mautstraßen sowie der Optionalität durch "Managed Lanes".
Spanischer Flughafenbetreiber punktet
Eine positive Ausnahme bildet AENA, der auf "Neutral" hochgestuft wurde. Der spanische Flughafenbetreiber profitiert vom starken Wachstum im kommerziellen Segment und widerstandsfähigem Passagieraufkommen, was regulatorische Unsicherheiten und einen langen Investitionszyklus ausgleicht.
Selektiver Ansatz bei Netzbetreibern
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Zur AktienanalyseBei regulierten Netzen favorisiert die BofA Unternehmen mit begrenzten Finanzierungsüberhängen und regulatorischen Katalysatoren. National Grid, Elia und Italgas erhalten Kaufempfehlungen. Vorsichtig bleibt die Bank hingegen bei Netzbetreibern mit verbleibenden Bilanzunsicherheiten wie Terna, Redeia, Snam und Enagas.
Ausblick für 2026
Die neue Strategie der BofA spiegelt eine realistischere Einschätzung der Marktlage wider. Nach der starken Rallye setzen die Analysten auf Qualität und klare Gewinnsichtbarkeit. Die Verlagerung hin zu US-exponierten Werten und weg von französischen Konzessionen zeigt, wo die Bank die besseren Chancen für 2026 sieht. Insgesamt hält die BofA nun neun Kaufempfehlungen, vier Neutral-Ratings und sieben Underperform-Ratings in ihrem Coverage-Universum.


