BofA warnt: Hohe Ölpreise und Zinsdivergenz belasten japanischen Yen
Die Bank of America sieht strukturelle Risiken für den Yen – mit einer Interventionsschwelle deutlich über 160 USD/JPY.

Die Bank of America (BofA) warnt in einer aktuellen Analyse vor anhaltender Schwäche des japanischen Yen. Als Haupttreiber identifiziert das US-Geldhaus die hohen Rohölpreise, die Japan als nahezu vollständig von Ölimporten abhängiges Land besonders hart treffen. Die Abhängigkeit von Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten macht den Yen strukturell anfällig gegenüber steigenden Energiepreisen.
Ein weiterer Belastungsfaktor ist die geldpolitische Divergenz zwischen der Bank of Japan (BoJ) und anderen großen Zentralbanken. Während die US-Notenbank Federal Reserve und die europäischen Zentralbanken auf Angebotsschocks traditionell mit Zinserhöhungen reagieren, verharrt die BoJ in einer abwartenden Haltung. Diese Zurückhaltung verstärkt den Abwertungsdruck auf den Yen gegenüber Dollar und Euro erheblich.
Zusätzlich belastet politischer Druck für fiskalpolitische Konjunkturmaßnahmen die japanische Währung – trotz bereits begrenzter Haushaltsspielräume. Sollten die Aktienmärkte einbrechen, könnte eine Umschichtung von Anleihen in Aktien den Druck auf eine Versteilung der Renditekurve japanischer Staatsanleihen weiter erhöhen.
Intervention erst bei USD/JPY deutlich über 160
Die BofA hält eine unbegrenzte Toleranz gegenüber weiterer Yen-Abwertung für unwahrscheinlich, da die Auswirkungen auf die Inflation und die politische Stimmung in Japan zunehmen. Als erwartete Abfolge politischer Reaktionen nennt das Institut zunächst Devisenmarktinterventionen, gefolgt von einer geldpolitischen Straffung durch die BoJ.
Allerdings warnen die Analysten, dass Interventionen im Umfeld allgemeiner Dollarstärke und hoher Ölpreise wirkungslos verpuffen könnten. Dies impliziert eine Eingriffsschwelle für das Währungspaar USD/JPY deutlich oberhalb der Marke von 160 – einem Niveau, das bereits politisch sensibel ist.
Strukturelle Schwäche begrenzt Erholungspotenzial
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Zur AktienanalyseDie BofA weist darauf hin, dass strukturelle Veränderungen am Devisenmarkt das Potenzial für eine durch Positionsauflösungen getriebene Yen-Erholung geschwächt haben. Zwar schließen die Analysten eine solche Gegenbewegung nicht vollständig aus, sehen deren Wahrscheinlichkeit jedoch als deutlich geringer an als in früheren Marktphasen.
Bei Yen-Kreuzkursen wie EUR/JPY zeigt sich vorerst relative Stabilität. Sollten die Rohölpreise jedoch auf erhöhtem Niveau verbleiben, steigt laut BofA das Risiko, dass sich die Yen-Abwertung auch in diesen Währungspaaren beschleunigt. Für deutsche Anleger mit Japan-Exposure oder Carry-Trade-Positionen bleibt die Entwicklung des Yen damit ein zentrales Risikothema.


