BofA: USD/KRW bleibt wegen Nahost-Risiken in Handelsspanne
Die Bank of America erwartet kurzfristig eine stabile Spanne beim Dollar-Won-Kurs – bevor er langfristig nachgibt.

Die Bank of America (BofA) rechnet damit, dass das Währungspaar USD/KRW – also der Wechselkurs zwischen US-Dollar und südkoreanischem Won – vorerst in seiner jüngsten Handelsspanne verharrt. Als Hauptgrund nennt die US-Großbank die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten sowie Südkoreas hohe Abhängigkeit von Energiepreisen. Solange die Krise in der Region nicht beigelegt ist, dürfte das Währungspaar kaum ausbrechen.
Südkorea gilt als besonders sensibel gegenüber Schwankungen bei Energiepreisen, da das Land stark auf Energieimporte angewiesen ist. Steigen die Ölpreise infolge geopolitischer Spannungen, belastet das die koreanische Leistungsbilanz und drückt auf den Won. Gleichzeitig beeinflusst die globale Risikostimmung den Wechselkurs erheblich – bei Unsicherheiten tendieren Anleger dazu, sichere Währungen wie den US-Dollar zu bevorzugen.
Politische Maßnahmen als Sicherheitsnetz
Die BofA weist darauf hin, dass ein rascher Anstieg des USD/KRW-Kurses als übermäßige Abweichung von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten gewertet werden könnte. In einem solchen Szenario könnten die südkoreanischen Behörden mit gezielten Maßnahmen zur Sicherung der Finanzstabilität eingreifen. Die Bank of Korea hat in der Vergangenheit wiederholt interveniert, um übermäßige Währungsschwankungen zu dämpfen.
Mittelfristig zeichnet die BofA jedoch ein freundlicheres Bild für den Won. Die Analysten erwarten, dass starke Chip-Exporte – Südkorea ist einer der weltgrößten Halbleiterproduzenten – den Won stützen werden. Unternehmen wie Samsung Electronics und SK Hynix sorgen für substanzielle Deviseneinnahmen, die dem Won strukturellen Rückhalt geben.
Won-Erholung mittelfristig erwartet
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Zur AktienanalyseZusätzlich zur Exportstärke im Halbleitersektor dürften laut BofA ausgewogenere Portfolioflüsse den USD/KRW-Kurs auf ein niedrigeres Niveau drücken. Gemeint sind damit internationale Kapitalströme, die sich bei nachlassender Unsicherheit wieder stärker in Richtung Schwellenländer bewegen könnten. Für Anleger bedeutet das: Der Won könnte gegenüber dem Dollar mittelfristig an Wert gewinnen.
Für deutsche Investoren mit Engagement in koreanischen Aktien oder Anleihen ist die Wechselkursentwicklung ein wichtiger Faktor. Ein stärkerer Won wirkt sich positiv auf die in Euro umgerechneten Renditen aus. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt dabei die entscheidende Variable für den kurzfristigen Ausblick.


