BofA-Umfrage: 91 Prozent der Fondsmanager bullish für europäische Aktien
Die Stimmung unter europäischen Fondsmanagern hat sich deutlich aufgehellt – mit dem stärksten Optimismus seit Monaten.

Fast alle europäischen Fondsmanager rechnen mit weiter steigenden Kursen an den europäischen Aktienmärkten. Laut der am Dienstag veröffentlichten European Fund Manager Survey der Bank of America erwarten netto 91% der befragten Manager in den kommenden zwölf Monaten Kursgewinne – ein deutlicher Sprung gegenüber den 71% im Vormonat. Die erwartete Rendite stieg dabei von 5,2% auf 6,3%.
Auch die kurzfristige Stimmung hat sich erheblich verbessert. Ein Nettowert von 54% der europäischen Anleger rechnet in den nächsten Monaten mit steigenden Aktienkursen. Das ist ein bemerkenswerter Umschwung: Im Juni erwarteten noch netto 4% der Befragten fallende Kurse. Dieser Stimmungswandel spiegelt sich auch in der globalen Allokation wider: Ein Nettowert von 2% der globalen Investoren meldet eine Übergewichtung Europas – nach einer Nettountergewichtung von 15% im Vormonat.
Gegenüber Großbritannien bleibt die Haltung jedoch vorsichtig. Netto 37% der globalen Investoren sind in britischen Aktien untergewichtet – der höchste Stand seit August 2020.
Goldlöckchen-Szenario dominiert die Markterwartungen
Der verbesserte Ausblick geht mit einem Wandel in der makroökonomischen Einschätzung einher. Ein Nettowert von 37% der europäischen Anleger erwartet für die nächsten drei Monate ein sogenanntes „Goldlöckchen"-Szenario – also robustes Wachstum bei gleichzeitig sinkender Inflation. Damit ist dieses Szenario zum ersten Mal seit Oktober 2024 wieder die dominierende Markteinschätzung.
Die Wachstumserwartungen für Europa haben sich besonders stark verbessert. 54% der Befragten erwarten eine stärkere europäische Wirtschaft in den kommenden zwölf Monaten – verglichen mit lediglich 11% im Vormonat. Als wichtigster Wachstumstreiber wird die fiskalische Expansion genannt: 57% der Anleger führen diesen Faktor an. Die Hoffnung auf eine geopolitische Deeskalation ist dagegen deutlich gesunken – von 54% auf nur noch 17%.
Als größte geopolitische Sorge bleibt die Instabilität im Nahen Osten mit 43% der Nennungen bestehen. Energiepreise und Inflation werden gleichzeitig als größtes Aufwärtsrisiko für das globale Wachstum – falls sie sinken – und als größtes Abwärtsrisiko – falls sie steigen – eingestuft. Eine restriktive Reaktion der Zentralbanken auf überraschend hohe Inflation sehen 31% der Anleger als wahrscheinlichsten Auslöser für eine Marktkorrektur.
Banken übergewichtet, Automobile weiter gemieden
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Zur AktienanalyseAuf Unternehmensebene bleibt das Volumenwachstum mit 46% der wichtigste Gewinntreiber. Gewinnheraufstufungen werden von 63% der Befragten als häufigster Katalysator für weitere Kursgewinne genannt. Die Anleger erwarten, dass der europäische Gewinn pro Aktie auf 12-Monats-Sicht um 5,6% steigen wird – leicht unter den im Vormonat erwarteten 6,0%.
Die gestiegene Risikobereitschaft zeigt sich auch in der Sektorallokation. Ein Nettowert von 26% der Anleger prognostiziert Kursgewinne bei europäischen Zyklikern gegenüber defensiven Werten – nach einem Nettowert von 21%, die im Vormonat noch mit Rückgängen rechneten. Banken sind mit einem Nettowert von 49% der am stärksten übergewichtete Sektor im Konsens – der höchste Wert seit Februar 2022. Automobile bleiben mit einem Nettowert von 46% die größte Untergewichtung.
Bei den bevorzugten Ländermärkten führt Deutschland die Rangliste an, während Frankreich als unbeliebtester Markt gilt. Die Ergebnisse der BofA-Umfrage zeichnen damit insgesamt ein deutlich optimistischeres Bild für europäische Aktien als noch vor wenigen Wochen – getragen von verbesserten Wachstumsaussichten und einer robusten Gewinnerwartung.


