BofA-Stratege Hartnett warnt vor taubenhafter Fed und Risikoanlagen
Bank of America-Stratege Michael Hartnett rät Anlegern zum Rückzug aus Risikoanlagen und sieht die Fed in der Glaubwürdigkeitsfalle.

Bank of America-Stratege Michael Hartnett schlägt Alarm: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) agiere „unverhohlen taubenhaft" – und das könnte Anleger teuer zu stehen kommen. Hartnett empfiehlt Investoren daher, sich aus Risikoanlagen zurückzuziehen und eine defensivere Haltung einzunehmen.
In seiner aktuellen Einschätzung warnt der renommierte BofA-Stratege, dass die lockere Haltung der Fed zwangsläufig zu einer weiteren Verschärfung der Finanzierungsbedingungen führen werde. Erst wenn der Druck groß genug sei, werde die Notenbank gezwungen sein, mit aggressiven Zinserhöhungen ihre Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.
„Die Fed ist unverhohlen taubenhaft, daher werden sich die Finanzierungsbedingungen weiter verschärfen, bis die Fed gezwungen ist, ihre Glaubwürdigkeit durch aggressive Zinserhöhungen wiederherzustellen", schrieb Hartnett in seiner Analyse. Diese klare Aussage eines der bekanntesten Wall-Street-Strategen dürfte an den Märkten für Aufmerksamkeit sorgen.
Der 28. August als entscheidender Wendepunkt
Hartnett markiert den 28. August als einen entscheidenden Wendepunkt in der aktuellen geldpolitischen Debatte. An diesem Datum erwartet er offenbar eine wichtige Weichenstellung – konkret nennt er in diesem Zusammenhang den Namen Kevin, ohne jedoch weitere Details zu liefern.
Für deutsche Anleger ist die Einschätzung von Hartnett besonders relevant, da die Geldpolitik der Fed traditionell starke Auswirkungen auf die globalen Kapitalmärkte hat – und damit auch auf europäische und deutsche Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen. Eine restriktivere Fed-Politik würde in der Regel den US-Dollar stärken und Kapital aus Schwellenländern sowie risikoreichen Anlagen abziehen.
Was „taubenhaft" für Anleger bedeutet
In der Finanzsprache bezeichnet „taubenhaft" (englisch: „dovish") eine eher lockere, expansive Geldpolitik – also niedrige Zinsen und eine hohe Bereitschaft, die Wirtschaft mit billigem Geld zu stützen. Das Gegenteil, „falkenhaft" (englisch: „hawkish"), steht für eine straffe Geldpolitik mit höheren Zinsen zur Inflationsbekämpfung.
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Zur AktienanalyseHartnetts Kernthese lautet: Solange die Fed zu wenig gegen die Inflation unternimmt, werden die Märkte selbst für straffere Finanzierungsbedingungen sorgen – etwa durch steigende Anleiherenditen oder fallende Aktienkurse. Dieser Mechanismus zwingt die Notenbank letztlich zum Handeln, verursacht auf dem Weg dorthin jedoch erhebliche Verluste für Investoren in Risikoanlagen wie Aktien oder Hochzinsanleihen.
Für Anleger bedeutet Hartnetts Warnung konkret: Vorsicht bei risikoreichen Investments. Der BofA-Stratege empfiehlt, Positionen in solchen Anlageklassen zu reduzieren und auf eine defensivere Aufstellung zu setzen – zumindest solange die Fed ihre geldpolitische Glaubwürdigkeit nicht durch entschlossenes Handeln zurückgewinnt.


