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BofA-Stratege Hartnett warnt vor Blasenrisiko durch Mega-IPOs

SpaceX und OpenAI planen gigantische Börsengänge – und könnten damit die Tech-Konzentration in Aktienbenchmarks auf ein gefährliches Blasenniveau treiben.

BofA-Stratege Hartnett warnt vor Blasenrisiko durch Mega-IPOs

Michael Hartnett, Chefstratege der Bank of America, schlägt Alarm: Geplante Mega-Börsengänge von Unternehmen wie SpaceX und OpenAI könnten die Gewichtung von Technologiewerten in wichtigen Aktienbenchmarks auf ein Konzentrationsniveau treiben, das historisch mit Marktblasen assoziiert wird. Das geht aus einer aktuellen Analyse des renommierten Strategen hervor, über die Bloomberg berichtet.

Konkret hat Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX Pläne für den weltweit größten Börsengang vorgelegt. Gleichzeitig strebt OpenAI, der Entwickler des KI-Chatbots ChatGPT, einen Markteintritt an – und will dabei dem Konkurrenten Anthropic zuvorkommen. Beide Vorhaben stehen sinnbildlich für den anhaltenden Boom rund um Technologie und Künstliche Intelligenz.

Konzentrierte Rallye auf historischem Niveau

Hartnetts Warnung trifft auf einen Markt, der bereits jetzt eine der am stärksten konzentrierten Kursrallys seit Jahrzehnten erlebt. Wenige große Technologietitel dominieren die Wertentwicklung breiter Indizes – ein Phänomen, das Analysten und Investoren seit geraumer Zeit kritisch beobachten. Gigantische Neuemissionen würden diesen Trend laut Hartnett weiter verstärken.

Der Vergleich mit den „Goldenen Zwanzigern" ist dabei bewusst gewählt: Die 1920er Jahre stehen historisch für eine Phase überschäumenden Optimismus und spekulativer Übertreibung an den Finanzmärkten, die schließlich im Börsencrash von 1929 und der Großen Depression mündete. Hartnett sieht Parallelen in der heutigen Begeisterung für KI-Technologien und den damit verbundenen Bewertungen.

Für deutsche Privatanleger ist die Warnung besonders relevant, da viele hiesige Depots über ETFs auf den S&P 500 oder den Nasdaq stark in US-Technologiewerte investiert sind. Eine weitere Konzentration durch neue Schwergewichte wie SpaceX oder OpenAI würde das Klumpenrisiko in solchen Portfolios automatisch erhöhen – ohne dass Anleger aktiv handeln müssten.

Optimismus treibt den KI-Boom

Der Enthusiasmus rund um Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren zu massiven Bewertungsaufschlägen bei Tech-Unternehmen geführt. OpenAI gilt als eines der wertvollsten nicht börsennotierten Unternehmen der Welt, SpaceX wird ebenfalls mit einer astronomischen Bewertung gehandelt. Ein Börsengang beider Unternehmen würde nicht nur frisches Kapital in die Märkte bringen, sondern auch die Indexzusammensetzung nachhaltig verändern.

Hartnetts Analyse unterstreicht eine grundlegende Spannung an den aktuellen Märkten: Einerseits befeuert der KI-Hype Innovationsoptimismus und Wachstumsphantasien. Andererseits warnen erfahrene Strategen davor, dass übermäßige Konzentration und Euphorie klassische Vorboten von Marktübertreibungen sind. Anleger stehen damit vor der Herausforderung, zwischen berechtigtem Wachstumspotenzial und spekulativer Überhitzung zu unterscheiden.

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