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BofA sieht weiteres Abwärtspotenzial für den Euro

Die Bank of America hält an ihrer Short-Position im Euro fest und warnt vor wachsender Wachstumsdivergenz zwischen USA und Eurozone.

BofA sieht weiteres Abwärtspotenzial für den Euro

Die Bank of America (BofA) hat am Mittwoch ihre pessimistische Haltung gegenüber dem Euro bekräftigt. Die US-Großbank argumentiert, dass eine sich vergrößernde Wachstumskluft zwischen den Vereinigten Staaten und der Eurozone die Gemeinschaftswährung weiter unter Druck setzen könnte. Hinzu kommt das Risiko einer restriktiveren US-Notenbank Federal Reserve, das die Einheitswährung zusätzlich belastet.

Die BofA hält an ihrer Short-Position im EUR/USD-Währungspaar fest und verweist auf eine Kombination aus schwächer werdenden technischen Signalen und einer sich verschlechternden fundamentalen Unterstützung für den Euro. Konkret haben die über den Erwartungen liegenden US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche einen Durchbruch unter eine wichtige EUR/USD-Aufwärtstrendlinie ausgelöst – ein bärisches Signal für Devisenhändler.

Der Euro notierte zuletzt nahe der Marke von 1,15 US-Dollar, nachdem er am Montag im Anschluss an den starken US-Arbeitsmarktbericht deutlich gefallen war. Die BofA-Strategen betrachten jüngste Erholungsbewegungen von dieser psychologisch wichtigen Marke als vorübergehend und wollen bei Kurserholungen weiterhin verkaufen.

Wachstumsdivergenz und Energieabhängigkeit als Hauptrisiken

Ein zentrales Argument der BofA ist die Wachstumsdivergenz zwischen den USA und dem Euroraum. „Die Wachstumsdivergenz zwischen den USA und dem Euroraum ist bemerkenswert und wird von den Zinsmärkten wohl unterbewertet", erklärte die Bank. Diese Einschätzung ist für deutsche Anleger besonders relevant, da der Euroraum strukturell anfälliger für externe Schocks gilt.

Die Eurozone bleibt aufgrund ihrer Importabhängigkeit besonders anfällig für Störungen auf den Energiemärkten. Dies steht im starken Kontrast zu den USA, die ein Netto-Energieexporteur sind. Erhöhte Gaspreise könnten laut BofA stagflationären Druck erzeugen – also eine Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Inflation –, selbst wenn die geopolitischen Spannungen schließlich nachlassen sollten.

Die Spannungen im Nahen Osten belasten die Energiekosten in Europa zusätzlich und verstärken damit die strukturelle Schwäche der Eurozone gegenüber den USA. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft bedeutet dies ein doppeltes Risiko: höhere Produktionskosten und schwächere Binnennachfrage.

EZB-Zinserhöhungen könnten Euro kaum stützen

Die BofA-Strategen warnten zudem, dass Erwartungen an künftige Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) den Euro nicht zwangsläufig stützen könnten. Das schwächere Wachstumsumfeld im Euroraum und die Belastung durch höhere Energiekosten würden den positiven Effekt möglicher Zinsschritte der EZB weitgehend neutralisieren.

Gleichzeitig haben die Märkte begonnen, eine gewisse Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen der Federal Reserve einzupreisen. Die meisten Ökonomen haben bisher zwar noch keine Straffung durch die US-Notenbank prognostiziert, doch allein das wachsende Repricing-Risiko – also die Neubewertung der Zinserwartungen – reicht aus, um den Dollar gegenüber dem Euro zu stärken.

Für Devisenanleger und Unternehmen mit USD-Exposure bedeutet die Analyse der BofA: Die Risiken für den Euro bleiben nach unten gerichtet. Solange die Wachstumsdivergenz zwischen den USA und der Eurozone anhält und die Energiepreise erhöht bleiben, dürfte der Gegenwind für die Gemeinschaftswährung nicht nachlassen.

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