BofA senkt Baht-Prognose wegen Ölschock und Tourismusschwäche
Bank of America revidiert ihre Erwartungen für den thailändischen Baht deutlich nach unten – temporäre Schwäche bis Mitte 2026 erwartet.

Die Bank of America hat ihre Prognose für den USD/THB-Wechselkurs nach oben korrigiert und erwartet nun, dass der thailändische Baht bis Mitte 2026 auf 33 Baht pro US-Dollar abschwächt. Zuvor hatte die US-Großbank noch einen Kurs von 30 Baht pro Dollar prognostiziert. Erst zum Jahresende 2026 rechnen die Analysten mit einer Erholung auf 31 Baht je Dollar.
Als Haupttreiber der Abwertung nennt die Bank of America zwei Faktoren: den Ölpreisschock sowie die saisonal schwache Tourismusnachfrage im zweiten Quartal. Hinzu kommen Rückführungsströme von Einkommen ins Ausland, die den Leistungsbilanzpuffer Thailands belasten. Beide Entwicklungen zusammen schwächen die Außenwirtschaftsposition des südostasiatischen Landes spürbar.
Der erhöhte nominale effektive Wechselkurs Thailands, der auf Aktienzuflüsse nach den Wahlen zurückzuführen ist, habe laut BofA den politischen Widerstand rund um das Niveau von 31 Baht pro Dollar erhöht. Dies erschwert eine schnelle Aufwertung der Währung und dürfte die Baht-Schwäche vorübergehend zementieren.
Ölpreise als entscheidender Belastungsfaktor
Besonders kritisch sehen die Analysten die Entwicklung der Rohölpreise. Sollten sich die Ölpreise im zweiten Quartal über 80 US-Dollar pro Barrel stabilisieren, könnte Thailands Leistungsbilanz kurzzeitig ins Defizit rutschen. Thailand ist als Nettoimporteur von Öl besonders anfällig für steigende Energiepreise, da diese die Importrechnung des Landes deutlich erhöhen.
Ein Leistungsbilanzdefizit würde den Baht auf einem schwächeren Fundament halten und den Abwertungsdruck verstärken. Für deutsche Anleger mit Engagements in Thailand oder asiatischen Schwellenländer-Fonds ist dies ein relevantes Risikosignal.
Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet
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Zur AktienanalyseMittelfristig bleibt die Bank of America jedoch optimistisch für den Baht. Die Analysten erwarten, dass sich die Grundbilanz – eine Kombination aus Leistungsbilanz und Nettozuflüssen aus ausländischen Direktinvestitionen (FDI) – in der zweiten Jahreshälfte 2026 verbessert. Dieser Überschuss soll die Währung dann wieder stützen und eine Aufwertung auf 31 Baht pro Dollar ermöglichen.
Die revidierte Prognose unterstreicht, wie stark externe Schocks wie Ölpreisschwankungen und Tourismuszyklen die Währungsstabilität kleinerer Volkswirtschaften beeinflussen können. Für Investoren bedeutet dies: Die Baht-Schwäche dürfte vorübergehender Natur sein, birgt aber kurzfristig erhöhte Wechselkursrisiken.

