BofA: Indexbedingter Verkaufsdruck auf koreanischen Won endet
Die Bank of America meldet das Ende mechanischer Abflüsse beim koreanischen Won nach Abschluss der Indexneugewichtung.

Die Bank of America (BofA) erklärt, dass der mechanische Verkaufsdruck auf den koreanischen Won weitgehend nachgelassen hat. Auslöser war die Neugewichtung von Aktienportfolios im Rahmen von Indexregeln, die nun abgeschlossen ist. Der Won hatte im Juli um beachtliche 8% zugelegt – eine deutliche Erholung nach einer schwachen Entwicklung zu Beginn des Jahres 2026.
Koreanische Aktien erlebten zuvor eine ausgeprägte Trendwende: Der Kospi stieg auf ein Rekordhoch und vervierfachte sich nahezu, bevor er um fast ein Drittel korrigierte. Diese Kursbewegungen standen in engem Zusammenhang mit den Kapitalflüssen globaler Fonds, die Positionen in Korea nach der Outperformance gegenüber breiteren Schwellenländermärkten umschichteten.
Wie das Regressionsmodell der BofA funktioniert
Die Bank of America entwickelte ein spezielles Regressionsmodell, das regelbasierte Verkaufskräfte mit der allgemeinen Risikobereitschaft der Marktteilnehmer sowie Währungsbewegungen verknüpft. Das Modell erwies sich als treffsicher: Es erfasste etwa ein Drittel der täglichen Zu- und Abflussschwankungen und bildete die kumulierten Abflüsse des Jahres bis auf rund 5 Milliarden US-Dollar genau ab.
Konkret wurden die Verkäufe durch sogenannte Index-Tracker ausgelöst. Samsung und SK Hynix waren im Verhältnis zu den Benchmark-Obergrenzen zu groß geworden, was eine automatische Reduzierung der Positionen erzwang. Dieses Phänomen ist typisch für passive Investmentstrategien, bei denen Fonds ihre Portfolios strikt an Indexvorgaben ausrichten müssen – unabhängig von fundamentalen Bewertungsüberlegungen.
Mechanische Belastung auf nahezu Null gesunken
Nach der jüngsten Indexüberprüfung ist die mechanische Belastung für den koreanischen Won nun auf nahezu Null gesunken. Die Korrektur in Korea hat zudem die Übergewichtung innerhalb der Schwellenländer abgebaut, was den Anpassungsdruck weiter reduziert.
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Zur AktienanalyseAls verbleibender Treiber für potenzielle weitere Abflüsse identifiziert die BofA die Marktvolatilität. Die letzte Phase eines möglichen Kapitalabzugs hängt demnach von einer Beruhigung des VKOSPI ab – dem Volatilitätsindex des koreanischen Aktienmarkts, der als Stimmungsbarometer für Risikobereitschaft gilt. Solange dieser Index erhöht bleibt, können weitere Abflüsse nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Für internationale Anleger mit Engagement in Schwellenländern ist die Entwicklung in Korea ein anschauliches Beispiel dafür, wie indexbedingte Mechanismen kurzfristig erheblichen Druck auf Währungen und Aktienmärkte ausüben können – unabhängig von wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Mit dem Abklingen dieser technischen Verkaufswelle richtet sich der Blick nun auf makroökonomische und geopolitische Faktoren als künftige Kurstreiber.


