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BofA: Drei Kontra-Indikatoren signalisieren günstigen Markteinstieg jetzt

Fondsmanager so pessimistisch wie seit fast einem Jahr nicht mehr – Bank of America sieht darin antizyklische Kaufsignale für Risikoanlagen.

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BofA: Drei Kontra-Indikatoren signalisieren günstigen Markteinstieg jetzt

Die Anlegerstimmung ist so gedrückt wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Das zeigt die jüngste Fondsmanager-Umfrage der Bank of America (BofA). Doch genau darin sehen die Analysten um Michael Hartnett eine Chance: Pessimismus als antizyklisches Kaufsignal.

Auf den ersten Blick zeichnet die Umfrage ein düsteres Bild. Fondsmanager weltweit rechnen mit geringerem Wirtschaftswachstum und höherer Inflation. Doch die BofA-Analysten erklären, dass bestimmte Bedingungen diese negativen Stimmungswerte in Einstiegssignale für Risikoanlagen verwandeln könnten – mit einem entscheidenden Vorbehalt: Ein Waffenstillstand im Iran-Krieg müsste die Ölpreise unter 84 US-Dollar pro Barrel drücken.

Der Ölpreis bleibt derzeit nahe der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. WTI-Rohöl notierte zuletzt bei 96,20 Dollar, Brent-Öl bei 97,65 Dollar pro Barrel. Über ein Drittel der befragten Fondsmanager erwartet, dass Öl bis Jahresende auf 84 Dollar fällt, während mehr als ein Viertel mit einem Preis über 90 Dollar rechnet.

Die drei pessimistischen Indikatoren im Überblick

Der erste Faktor ist die eingebrochene Anlegerstimmung selbst. Das BofA-Stimmungsbarometer – berechnet auf Basis von Cash-Beständen, Aktienallokation und Wachstumserwartungen – fiel von 5,6 im Vormonat auf nur noch 3,7. Das ist der pessimistischste Stand seit Juni 2025. Die Cash-Bestände der Fondsmanager stiegen auf 4,3 Prozent, den höchsten Wert seit Mai 2025. Gleichzeitig sank die globale Aktienallokation auf den niedrigsten Übergewichtungswert seit Juli 2025.

Der zweite Indikator sind die eingebrochenen Wachstumserwartungen. Von März bis April verzeichneten die Wachstumserwartungen der Fondsmanager den stärksten Rückgang im Monatsvergleich seit dem Jahr 2022. Der aktuelle Wert markiert den niedrigsten Stand seit August 2025. Als Haupttreiber gilt der anhaltende Krieg, der die Unsicherheit unter institutionellen Investoren deutlich erhöht hat.

Der dritte Faktor sind die explodierenden Inflationserwartungen. Die Inflationsprognosen der befragten Anleger erreichten den höchsten Stand seit Mai 2021. Mehr als drei Viertel der Fondsmanager erwarten eine Stagflation – also das gefürchtete Szenario aus hoher Inflation bei gleichzeitig nachlassendem Wirtschaftswachstum. Im Vormonat teilte noch etwas mehr als die Hälfte der Befragten diese Einschätzung. Auch die Zahl jener, die Inflation als größtes Extremrisiko – sogenanntes „Tail Risk" – einstufen, stieg weiter an.

Rezession bleibt für die meisten kein Basisszenario

Trotz der düsteren Stimmungslage rechnen die meisten Fondsmanager nicht mit einer Rezession. Laut BofA halten 70 Prozent der Umfrageteilnehmer eine Rezession für unwahrscheinlich. Das makroökonomische Basisszenario bleibt demnach eine „weiche Landung" der Wirtschaft – also eine Abkühlung ohne schwere Rezession.

Für deutsche Privatanleger ist die Botschaft der BofA-Analysten klar: Extreme Pessimismus-Werte in Fondsmanager-Umfragen gelten in der Finanzgeschichte häufig als Kontra-Indikator. Wenn die breite Masse der professionellen Investoren pessimistisch ist, sind schlechte Nachrichten oft bereits eingepreist. Die entscheidende Variable bleibt jedoch der Ölpreis – solange dieser nahe der 100-Dollar-Marke verharrt, bleibt das antizyklische Kaufsignal der BofA an eine wichtige Bedingung geknüpft.

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