Börsenbewegungen und Geldpolitik
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Der DAX, Deutschlands führender Aktienindex, zeigte eine leichte Abwärtsbewegung, während er sein Rekordhoch von 17.003 Punkten im Auge behielt. Der DAX konnte bisher nicht an seine Gewinne vom Vortag anknüpfen und bewegte sich moderat unter dem Schlusskurs des Vortages. Das Tagestief lag bei 16.628 Punkten, das Tageshoch bei 16.753 Punkten. Im Gegensatz dazu konnte sich der MDAX, der Index für mittelgroße Unternehmen, besser behaupten und verzeichnete einen Anstieg von gut einem halben Prozent.
Die Anleger in Europa zeigten sich jedoch zurückhaltend, da sie sich zwei Tage vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) inmitten einer Welle von Unternehmensbilanzen befanden. Die jüngsten Gewinne an den US-Börsen, die hauptsächlich vom Technologiesektor getrieben wurden, konnten vom DAX nicht übernommen werden, da die großen Marktteilnehmer größtenteils an der Wall Street ansässig sind. Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, bemerkte, dass die Euphorie in New York in Deutschland nur begrenzt spürbar sei. Viele Investoren warteten lieber ab, welche Botschaften die EZB in ihrer kommenden Sitzung bereithalte.
Spekulationen über die EZB-Politik
Experten gehen davon aus, dass die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, versuchen wird, die weit verbreiteten Erwartungen an eine baldige Lockerung der Geldpolitik zu dämpfen. Claudia Fontanive-Wyss, Portfoliomanagerin bei Vontobel, erklärte, dass diejenigen, die eine Kehrtwende in der Zinspolitik der EZB erwarteten, wahrscheinlich enttäuscht würden. Sie erwartet, dass die EZB ihren aktuellen Kurs beibehalten und die Zinsen ab Juni um 25 oder sogar 50 Basispunkte senken werde, im Einklang mit der Federal Reserve. Die Investoren bleiben daher gespannt auf die Entscheidungen der EZB in dieser Woche.
Wall Street legt eine Pause ein
An der New Yorker Aktienbörse verlief der Handel am 23. Januar 2024 ruhiger als in den vorangegangenen Tagen. Die Anleger nahmen eine Verschnaufpause nach der jüngsten Rekordrallye, bei der vor allem Technologieaktien im Mittelpunkt standen. Die wichtigsten Indizes eröffneten uneinheitlich, wobei der Dow Jones leicht unter die Marke von 38.000 Punkten zurückfiel, während der S&P 500 und der Nasdaq leicht zulegten. Die vorbörslich veröffentlichten Quartalszahlen und Ausblicke von Unternehmen wie General Electric und 3M wurden jedoch gemischt aufgenommen.
General Electric und 3M enttäuschen
Die Quartalszahlen und Ausblicke von General Electric und 3M konnten die Anleger nicht überzeugen. Die Aktien von General Electric verloren in den ersten Handelsminuten rund 1,7 Prozent, während die Papiere von 3M mehr als neun Prozent an Wert verloren. Johnson & Johnson, ein weiteres Dow Jones-Unternehmen, konnte ebenfalls nicht überzeugen und verzeichnete einen Rückgang von rund 2,4 Prozent.
Procter & Gamble verfehlt Umsatzerwartungen leicht
Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble verfehlte im zweiten Geschäftsquartal die Umsatzerwartungen leicht. Der Umsatz stieg zwar um vier Prozent auf 21,4 Milliarden Dollar, blieb jedoch etwas hinter den Erwartungen zurück. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sank um 12 Prozent auf 3,47 Milliarden Dollar, was auf eine Wertminderung für Gillette-Produkte und höhere Restrukturierungskosten zurückzuführen war. Bereinigt um Sondereffekte stieg das Ergebnis je Aktie um 16 Prozent auf 1,84 Dollar, was jedoch die Erwartungen der Analysten übertraf.
Verizon verzeichnet Kundenwachstum
Der US-Telekomkonzern Verizon verzeichnete im Schlussquartal wieder Kundenwachstum, nachdem er längere Zeit mit einem Rückgang der Kunden zu kämpfen hatte. Im letzten Quartal des Jahres gewann das Unternehmen 318.000 Mobilfunkvertragskunden hinzu, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Die Aktien von Verizon stiegen um mehr als 4,6 Prozent, und das Unternehmen gab einen optimistischen Ausblick für das Jahr 2024 ab.
Euro gibt leicht nach
Der Euro verlor wie schon am Vortag an Wert und notierte am Nachmittag bei 1,0854 Dollar, leicht unter dem Referenzkurs der EZB von 1,0890 Dollar. Die Euro-Schwäche wurde mit der schlechteren Stimmung an den europäischen Aktienmärkten begründet, was dem US-Dollar Auftrieb verlieh. Aufgrund des relativ leeren Wirtschaftsdatenkalenders in Europa und den USA fehlte es am Devisenmarkt an Impulsen. Geldpolitische Aussagen von EZB und Federal Reserve waren ebenfalls nicht zu erwarten, da die übliche Schweigephase vor den Zinssitzungen lief.
Nervosität am Ölmarkt
Die Ölpreise zeigten zunächst Gewinne, fielen jedoch leicht zurück. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete etwa 0,3 Prozent weniger. Die geopolitischen Risiken, insbesondere der Gaza-Konflikt, hatten den Ölpreisen Auftrieb verliehen. Die USA und Großbritannien hatten erneut Stellungen der Huthi-Milizen im Jemen angegriffen, was die Spannungen im Nahen Osten verschärfte.
Einzelwerte im DAX
Im DAX setzten Zalando ihre Erholungsrallye fort und standen an der Indexspitze. Auch Siemens Energy verzeichnete Gewinne. Die VW-Vorzugsaktien, die im Leitindex enthalten sind, waren ebenfalls gefragt und legten zu. Händler verwiesen auf positive Aussagen von VW-Analysten, die auf eine vielversprechende Geschäftsentwicklung hinwiesen. Die Technologiewerte, darunter SAP und Infineon, konsolidierten hingegen, ebenso wie die T-Aktie, die leicht zurückging.
BASF recycelt Batterien für Iveco
Der italienische Nutzfahrzeughersteller Iveco plant, Batterien aus Elektrofahrzeugen von BASF recyceln zu lassen. BASF wird den gesamten Recyclingprozess für Lithium-Ionen-Batterien organisieren, die in den elektrischen Fahrzeugen von Iveco verwendet werden. Die finanziellen Details wurden nicht bekannt gegeben. Im vergangenen Jahr hatte BASF ein Zentrum für Batteriematerialproduktion und Batterierecycling in Schwarzheide eröffnet, das erste seiner Art in Europa.
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Ericsson verzeichnet Milliardenverlust
Der Telekomausrüster Ericsson verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von 26,1 Milliarden Kronen, hauptsächlich aufgrund geringerer Investitionen in 5G-Bauteile. Obwohl das Schlussquartal besser als erwartet verlief, sieht das Unternehmen wenig Aussicht auf Besserung, da die Absatzmärkte voraussichtlich weiter schrumpfen werden, ausgenommen China. Im Jahr 2022 hatte Ericsson noch einen Gewinn von 19,1 Milliarden Kronen erzielt.


