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Börsen unter Druck durch Trumps Iran-Poker

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Börsen unter Druck durch Trumps Iran-Poker

US-Präsident Donald Trump hält sich mit klaren Aussagen zum Iran zurück – und sorgt damit für Verunsicherung an den Finanzmärkten. Auf die Frage nach einem möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen antwortete Trump lediglich: „Niemand weiß, was ich tun werde.“ Diese Unsicherheit bremst die Risikobereitschaft der Investoren weltweit. Gleichzeitig rückt der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed in den Fokus. Marktteilnehmer erwarten mit großer Mehrheit, dass die Fed ihre aktuelle Zinsspanne zwischen 4,25 und 4,5 Prozent beibehält.

Der deutsche Leitindex DAX gab am Mittwoch um 0,5 Prozent nach und schloss bei 23.317 Punkten. Damit befindet sich das Börsenbarometer in einer kritischen Zone. Sollte der Kurs unter die Schwelle von 23.300 Punkten fallen, könnten sich technische Verkaufssignale verstärken. Das bisherige Rekordhoch von Anfang Juni liegt mit 24.479 Punkten deutlich darüber.

In den USA zeigten sich die Aktienmärkte stabiler. Der Dow Jones legte leicht um 0,3 Prozent zu, der technologielastige Nasdaq 100 gewann rund 0,4 Prozent. Anleger warteten gespannt auf neue Signale der Fed, insbesondere auf die aktualisierten Prognosen für mögliche Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte.

Trump erhöhte indes erneut den Druck auf die US-Notenbank. Er forderte eine Zinssenkung um einen Prozentpunkt und warf Fed-Chef Jerome Powell Unfähigkeit vor. Zugleich deutete er scherzhaft an, sich selbst zum Chef der Fed ernennen zu wollen. Argumentative Unterstützung erhielt er durch schwächere US-Konjunkturdaten. Die Baubeginne im Mai gingen um 9,8 Prozent zurück, auch die Baugenehmigungen fielen um zwei Prozent. Belastend wirken hohe Baukosten, unter anderem verursacht durch Trumps Importzölle auf Baustoffe.

Der Euro zeigte sich im Vorfeld der Zinssitzung leicht erholt und notierte zuletzt bei 1,1522 Dollar. Der Ölpreis schwankte stark: Nach anfänglichen Gewinnen verlor die Nordseesorte Brent am Nachmittag 1,8 Prozent auf 75,50 Dollar. Ein starker Rückgang der US-Rohölvorräte um 11,5 Millionen Barrel hatte zunächst für Auftrieb gesorgt.

Bei den Einzelwerten im DAX gehörte Airbus zu den Gewinnern. Der Flugzeugbauer kündigte an, künftig 30 bis 50 Prozent seines Gewinns als Dividende auszuschütten. Beiersdorf hingegen setzte seine Talfahrt fort, belastet von negativen Analystenkommentaren.

Die IG Metall kritisierte Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez kurz vor dessen möglicher Vertragsverlängerung. Auch im Mediensektor sorgte das Übernahmeangebot des tschechischen Investors PPF an ProSiebenSat.1 für Diskussionen. Der Vorstand hält das Angebot für nicht angemessen.

Die Deutsche Pfandbriefbank kündigte an, sich vollständig aus dem US-Markt zurückzuziehen, was zu einem Jahresverlust führen könnte. Bei Gerresheimer stützten Übernahmespekulationen den Kurs, während Amazon durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz einen langfristigen Abbau von Arbeitsplätzen in Aussicht stellte.

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