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Börsen im Aufwind vor Bundestagsentscheidung

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Börsen im Aufwind vor Bundestagsentscheidung

Die Anleger an den Aktienmärkten hatten sich vor der Abstimmung im Bundestag zum geplanten milliardenschweren Finanzpaket optimistisch gezeigt. Der DAX kletterte über die Marke von 23.000 Punkten und schloss bei 23.154 Punkten, was einem Anstieg von 0,73 Prozent entsprach. Auch der MDAX konnte mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent zulegen, während der SDAX sogar um 2,8 Prozent stieg. Im Tagesverlauf hatte der DAX mehrfach das Vorzeichen gewechselt und ein Tagestief bei 22.933 Punkten markiert.

Das Börsengeschehen war weiterhin stark von politischen Entwicklungen beeinflusst. Während die Zinssitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch sonst eine zentrale Rolle spielte, rückte sie angesichts der Abstimmungen in den Hintergrund. Das geplante Finanzpaket der künftigen Regierung aus CDU/CSU und SPD erforderte eine Grundgesetzänderung, die eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag und Bundesrat benötigte. Die Experten von Index-Radar bewerteten die Abstimmung als entscheidend für die Marktentwicklung. Sollte das Paket nicht verabschiedet worden sein, könnten turbulente Tage bevorstehen.

Internationale Unsicherheiten trugen zur allgemeinen Nervosität bei. US-Präsident Donald Trump hielt die Märkte mit Handelskonflikten in Atem. Zudem blieb unklar, ob er mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin Fortschritte in Bezug auf den Ukraine-Krieg erzielen konnte. Ein Telefonat zwischen den beiden Präsidenten war vom Kreml bestätigt worden, allerdings ohne Details zum Inhalt zu nennen. Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend.

An der Wall Street verlief der Handel uneinheitlich. Während der Dow Jones um 0,5 Prozent zulegte und der S&P 500 leicht um 0,2 Prozent anstieg, rutschte die Nasdaq nach anfänglichen Gewinnen ins Minus. Enttäuschende Einzelhandelsumsätze in den USA sorgten für Zurückhaltung, da der Zuwachs von 0,2 Prozent unter den Erwartungen lag. Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die jüngsten Kursverluste als gesunde Korrektur. Intel-Aktien zogen unterdessen um über sieben Prozent an, nachdem bekannt geworden war, dass der künftige CEO Lip-Bu Tan einen Sanierungsplan mit Stellenstreichungen im mittleren Management vorbereitet hatte.

Rüstungswerte verzeichneten deutliche Kursgewinne. Rheinmetall erreichte im DAX zeitweise ein neues Hoch von über 1.400 Euro, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Hensoldt stieg im MDAX auf ein Rekordhoch von 76,55 Euro, während Renk mit einem Anstieg von 9,8 Prozent ebenfalls zulegte. Die Aktien von SFC Energy profitierten von der verstärkten Nachfrage nach militärisch genutzten Brennstoffzellen und legten im SDAX kräftig zu.

Der Euro stieg nach schwachen US-Einzelhandelsdaten auf 1,0923 Dollar. Die Erwartungen einer möglichen Zinssenkung durch die Fed belasteten den Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt auf 1,0889 Dollar festgesetzt. In Deutschland trübten sich die Wirtschaftsaussichten weiter ein. Das ifo-Institut senkte seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,2 Prozent, während die OECD ihre Prognose für 2025 von 0,7 auf 0,4 Prozent reduzierte. Auch für 2026 fiel die Wachstumsprognose der OECD niedriger aus als zuvor angenommen.

Am Rohstoffmarkt zeigten sich die Ölpreise volatil. Die Sorte Brent notierte zuletzt bei 71 Dollar je Barrel, nachdem politische Spannungen auf der arabischen Halbinsel die Preise zunächst ansteigen ließen. Die US-Regierung hatte Luftangriffe auf die Huthi im Jemen angekündigt, was für Unsicherheit sorgte. Gleichzeitig unterstützten bessere als erwartete Wirtschaftsdaten aus China die Ölpreise. Die Industrieproduktion legte im Januar und Februar um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Die chinesische Regierung hielt an ihrem Ziel eines Wirtschaftswachstums von rund fünf Prozent fest.

Die VW-Aktie gehörte unterdessen zu den stärksten Gewinnern im DAX, nachdem die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE Berichte über einen möglichen Teilverkauf von VW-Anteilen dementiert hatte. Am Abend gab Audi bekannt, bis 2029 insgesamt 7.500 Stellen in Deutschland abbauen zu wollen. Die Aktien des Verpackungs- und Medizintechnikherstellers Gerresheimer stiegen, nachdem bekannt geworden war, dass Finanzinvestoren ein Übernahmeangebot vorgelegt hatten. Der SDAX-Titel legte zeitweise um mehr als fünf Prozent zu.

Die Aktie von Mutares erreichte ein Rekordhoch von 48,00 Euro und schloss mit einem Plus von fast zehn Prozent. Der Kurs des österreichischen Motorenherstellers Steyr Motors, an dem Mutares beteiligt ist, hatte sich innerhalb von vier Tagen versechsfacht. Das Unternehmen zählte mit seinen Antriebs- und Energieerzeugungssystemen zur stark nachgefragten Rüstungsbranche und meldete einen langfristigen Rahmenvertrag mit einem brasilianischen Kunden.

In der Finanzbranche erhielt UBS-Konzernchef Sergio Ermotti für das Jahr 2024 eine Vergütung von 14,9 Millionen Franken. Damit gehörte er weiterhin zu den bestbezahlten Bankchefs Europas.

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