Boeing steigert Umsatz um 57% durch Rekord-Flugzeugauslieferungen
Der US-Luftfahrtkonzern Boeing hat im vierten Quartal einen deutlichen Aufschwung verzeichnet. Mit 23,95 Milliarden Dollar Umsatz übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich.

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat im vierten Quartal 2025 einen bemerkenswerten Umsatzsprung von 57 Prozent auf 23,95 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Das Unternehmen profitierte dabei von einer deutlich gesteigerten Produktion und Auslieferung von Verkehrsflugzeugen sowie von Einmalerträgen aus Unternehmensverkäufen.
Höchste Auslieferungsrate seit 2018
Die Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen erreichten den höchsten Stand seit 2018. Im Gesamtjahr 2025 lieferte Boeing rund 600 Flugzeuge aus – nahezu eine Verdoppelung gegenüber den 324 Maschinen im Jahr 2024. Allein im Dezember übergab der Konzern 63 Jets an Kunden, davon 44 vom meistverkauften Typ 737 Max. Für Flugzeughersteller sind diese Auslieferungen entscheidend, da der Großteil des Kaufpreises erst bei Übergabe fällig wird.
Der Auftragsbestand des Luft- und Raumfahrtkonzerns kletterte auf einen Rekordwert von 682 Milliarden US-Dollar. Bei den Nettoaufträgen konnte Boeing mit 1.173 Bestellungen den europäischen Konkurrenten Airbus (889) im vergangenen Jahr übertreffen.
Rückkehr in die Gewinnzone
Boeing verbuchte im vierten Quartal einen Nettogewinn von 8,22 Milliarden US-Dollar oder 10,23 Dollar je Aktie. Dies markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber dem Verlust von 3,87 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Der Gewinn wurde maßgeblich durch den Verkauf des digitalen Luftfahrtgeschäfts Jeppesen gestützt, der Erlöse von rund 9,6 Milliarden Dollar generierte.
Die Umsätze im Segment Verkehrsflugzeuge stiegen um fast 140 Prozent auf 11,38 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Analystenschätzungen von 10,72 Milliarden Dollar. Die Verteidigungssparte meldete einen Umsatzanstieg von 37 Prozent auf 7,42 Milliarden Dollar.
Operativer Fortschritt beim Cashflow
Der operative Fortschritt spiegelt sich auch im Cashflow wider, der mit 400 Millionen Dollar etwa doppelt so hoch ausfiel wie von der Wall Street erwartet. CEO Kelly Ortberg äußerte sich optimistisch für das Jahr 2026 und betonte, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg sei.
Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz der positiven Zahlen steht Boeing weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Der Konzern hat seit dem zweiten Quartal 2019 – als die Krise nach zwei tödlichen 737 Max-Abstürzen begann – bis zum dritten Quartal 2025 rund 40 Milliarden Dollar Liquidität verbrannt. Lieferverzögerungen durch Pandemie, Lieferkettenprobleme und Produktionsmängel belasten das Unternehmen weiterhin.
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Zur AktienanalyseBoeing benötigt zudem die Genehmigung der US-Luftfahrtbehörde FAA für weitere Produktionssteigerungen der 737 Max über 42 Einheiten pro Monat hinaus. Diese Auflage wurde nach dem Beinahe-Unglück im Januar 2024 verhängt, als sich bei einem Alaska-Airlines-Flug eine Rumpfverkleidung löste.
Investoren warten auf Zertifizierungen
Investoren erwarten klare Zeitpläne für die Zertifizierung der lange verzögerten Modelle 737 Max 7 und Max 10 sowie des Großraumflugzeugs 777X. Auch Fortschritte im Verteidigungsgeschäft, wie bei den neuen Air Force One-Maschinen, werden aufmerksam beobachtet.
Obwohl Boeing bei den Nettoaufträgen die Nase vorn hatte, lieferte Airbus im Gesamtjahr mit 793 Maschinen mehr Flugzeuge aus als der US-Konkurrent. Die Boeing-Aktie zeigte sich im vorbörslichen Handel leicht schwächer und gab rund ein Prozent nach.


