Boeing liefert im Mai 60 Flugzeuge – 33 Prozent mehr als Vorjahr
Der US-Flugzeugbauer steigert seine Auslieferungen deutlich, bleibt aber hinter Rivale Airbus mit 81 Maschinen zurück.

Boeing hat im Mai 60 Flugzeuge ausgeliefert und damit einen Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt. Das gab der US-amerikanische Flugzeugbauer am Dienstag bekannt. Trotz des deutlichen Wachstums liegt Boeing weiterhin hinter dem europäischen Konkurrenten Airbus, der im selben Monat 81 Maschinen auslieferte.
Herzstück der Mai-Auslieferungen war das Narrowbody-Modell 737 MAX: 51 der 60 ausgelieferten Flugzeuge entfielen auf diesen Typ. Das ist die höchste monatliche Stückzahl dieses Modells seit der Wiederaufnahme der Produktion im Dezember 2024, nachdem ein Streik die Fertigung zeitweise zum Erliegen gebracht hatte. Die starke Zahl signalisiert, dass Boeing die Produktionsstabilität beim meistgefragten Modell schrittweise zurückgewinnt.
Neben den 737-MAX-Maschinen umfassten die Auslieferungen im Mai sechs Exemplare des Langstreckenmodells 787, einen 777-Frachter sowie einen 767-Frachter. Bei der 787 bestehen weiterhin Verzögerungen, die auf ausstehende Zertifizierungen von Premium-Sitzen zurückzuführen sind – ein Faktor, der die Auslieferungsrate dieses Typs bremst.
Produktionserhöhung und neue Aufträge
Boeing plant, die Produktionsrate der 737 in diesem Sommer von derzeit 42 auf 47 Flugzeuge pro Monat zu erhöhen. Dieser Schritt soll helfen, den enormen Auftragsbestand abzuarbeiten, der sich Ende Mai auf insgesamt 6.178 Maschinen belief. Eine höhere Fertigungsrate ist entscheidend, um die Lücke zu Airbus mittelfristig zu schließen.
Im Mai verbuchte Boeing 27 Neuaufträge. Darunter befinden sich 14 Maschinen des Typs 737, die für einen nicht namentlich genannten Kunden zu Militärflugzeugen umgebaut werden sollen. Besonders hervorzuheben ist eine Bestellung der deutschen Lufthansa, die zehn Exemplare des Langstreckenmodells 787 orderte – ein klares Vertrauenssignal eines der wichtigsten europäischen Kunden.
Gleichzeitig erhielt Boeing im Mai Stornierungen für 16 Aufträge der 737 MAX. Unter dem Strich ergibt sich damit ein Netto-Neuauftragseingang von elf Maschinen für den Monat Mai. Kumuliert bis Ende Mai hat Boeing im laufenden Jahr 324 Bruttoaufträge verbucht; nach 29 Stornierungen oder Umwandlungen verbleiben 295 Netto-Neuaufträge.
Jahresbilanz bis Ende Mai
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Zur AktienanalyseSeit Jahresbeginn hat Boeing insgesamt 250 Flugzeuge ausgeliefert, davon 198 Maschinen des Typs 737 MAX. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark das Unternehmen auf den Erfolg dieses Modells angewiesen ist. Der 737 MAX hatte Boeing nach zwei verheerenden Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 in eine tiefe Krise gestürzt; seitdem arbeitet der Konzern kontinuierlich daran, Vertrauen bei Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden zurückzugewinnen.
Der Auftragsbestand von 6.178 Maschinen zeigt, dass die langfristige Nachfrage nach Boeing-Flugzeugen grundsätzlich robust bleibt. Die zentrale Herausforderung für den Konzern besteht nun darin, die Produktionskapazitäten zügig auszubauen und Lieferverzögerungen – wie jene bei der 787 – zu beseitigen, um den Rückstand gegenüber Airbus schrittweise aufzuholen.

