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Boeing erzielt Quartalsgewinn durch Spartenverkauf

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat im vierten Quartal erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Gewinn resultiert hauptsächlich aus dem Verkauf der Navigationssoftware-Sparte Jeppesen sowie gestiegenen Flugzeugauslieferungen.

Boeing erzielt Quartalsgewinn durch Spartenverkauf

Boeing hat am Dienstag einen Nettogewinn von 8,22 Milliarden Dollar für das vierte Quartal gemeldet, was 10,23 Dollar je Aktie entspricht. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Verlust von 3,86 Milliarden Dollar verbucht. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 57 Prozent auf 23,95 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 22,6 Milliarden Dollar deutlich.

Der Gewinnsprung ist maßgeblich auf den Verkauf der Navigationssoftware-Tochter Jeppesen an die Investmentgesellschaft Thoma Bravo für 10,6 Milliarden Dollar zurückzuführen. Gleichzeitig übernahm Boeing den Zulieferer Spirit AeroSystems für 4,7 Milliarden Dollar in Aktien und tilgte dessen Schulden in Höhe von über 3 Milliarden Dollar, was zu einem Nettogewinn von etwa 7,6 Milliarden Dollar führte.

Produktion der 737 MAX erreicht wichtigen Meilenstein

Trotz der positiven Gesamtbilanz zeigen die operativen Geschäftsbereiche weiterhin Schwächen. Die Verkehrsflugzeugsparte verzeichnete einen Quartalsverlust von 632 Millionen Dollar, während die Verteidigungs- und Raumfahrtsparte 507 Millionen Dollar Verlust einfuhr. Zudem musste Boeing eine Belastung von 565 Millionen Dollar für das Luftbetankungsprogramm KC-46 verbuchen, bedingt durch höhere Produktions- und Lieferkettenkosten.

Positiv entwickelte sich hingegen die Flugzeugproduktion. Boeing erreichte bei der 737 MAX eine Produktionsrate von 42 Maschinen pro Monat und arbeitet daran, die Fertigungsrate der 787 Dreamliner auf acht Flugzeuge monatlich zu steigern. Im Gesamtjahr lieferte der Konzern 600 Verkehrsflugzeuge aus – die höchste Zahl seit 2018.

Qualitätsprobleme weiterhin im Fokus

CEO Kelly Ortberg mahnte in einer Mitteilung an die Mitarbeiter, dass mit dem Fortschritt auch höhere Erwartungen einhergehen. "Unsere Kunden und Interessengruppen werden dieses Jahr mehr von uns erwarten", betonte er. Als wichtigste Ziele nannte Ortberg die Zertifizierung der Modelle 737-7, 737-10 und 777X sowie Fortschritte bei den verlustträchtigen Verteidigungs- und Raumfahrtprogrammen.

Die vergangenen Jahre waren für Boeing von schweren Krisen geprägt: dem 737 MAX-Skandal nach zwei tödlichen Abstürzen, der Corona-Pandemie, Lieferkettenproblemen und einem Zwischenfall, der systemische Qualitäts- und Sicherheitsmängel offenlegte. Hinzu kamen langwierige Arbeitskämpfe und eine Einigung mit dem US-Justizministerium zur Vermeidung einer strafrechtlichen Verfolgung.

Cashflow bleibt negativ

Trotz eines positiven Cashflows von 375 Millionen Dollar im vierten Quartal verbrauchte Boeing im Gesamtjahr 2024 noch 1,9 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Dies ist teilweise auf anhaltende Zertifizierungsverzögerungen bei den Programmen 737 MAX und 777X zurückzuführen. Die Boeing-Aktie reagierte auf die Quartalszahlen zunächst mit einem Minus von rund einem Prozent im vorbörslichen Handel.

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