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BoE-Chef Bailey warnt vor Anthropic-KI und Cyberrisiken für Banken

Bank-of-England-Gouverneur Andrew Bailey sieht im neuen Anthropic-Modell „Mythos" erhebliche Risiken für die globale Cybersicherheit.

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BoE-Chef Bailey warnt vor Anthropic-KI und Cyberrisiken für Banken

Bank-of-England-Gouverneur Andrew Bailey hat bei einer Veranstaltung an der Columbia University in New York eindringlich vor den Cyberrisiken gewarnt, die vom neuen Anthropic-Produkt „Mythos" ausgehen könnten. Das KI-Modell habe laut Bailey das Potenzial, „die gesamte Welt der Cyberrisiken aufzubrechen" – eine Formulierung, die in Finanz- und Regulierungskreisen für Aufmerksamkeit sorgt.

Bailey schilderte, wie er am vergangenen Freitag von den Warnungen erfahren habe. Cyberexperten hätten bereits Alarm geschlagen, weil „Mythos" komplexe Cyberangriffe massiv verstärken könnte. Dies stelle die Bankenbranche und ihre bestehenden Technologiesysteme vor erhebliche Herausforderungen.

Regulierer wollen Ausmaß der Bedrohung verstehen

Die Regulierungsbehörden seien nun dabei, „herauszufinden, was das tatsächlich bedeutet", so Bailey. Im Mittelpunkt stehe die Frage, inwieweit das neue KI-Modell in der Lage sei, Schwachstellen in anderen Systemen zu identifizieren, die für Cyberangriffe ausgenutzt werden könnten. Diese Fähigkeit wäre für Banken und Finanzinfrastrukturen weltweit eine ernsthafte Bedrohung.

Cyberrisiken seien in den vergangenen Jahren am schnellsten auf der Sorgenliste der Regulierungsbehörden nach oben geklettert, betonte Bailey. „Es ist das Thema, das nie verschwindet. Man muss es ständig eindämmen, aber die Angreifer entwickeln sich weiter, also müssen wir uns damit auseinandersetzen", sagte er. Diese Einschätzung spiegelt eine wachsende Besorgnis wider, die Zentralbanken und Finanzaufseher weltweit teilen.

Zentralbankunabhängigkeit im Fokus

Den Großteil seiner Rede widmete Bailey jedoch einem anderen Thema: der operativen Unabhängigkeit der Zentralbanken. Er argumentierte, dass diese Unabhängigkeit im Bereich der Finanzstabilität „nicht robust genug" sei. Geld- und Finanzstabilitätspolitik würden oft als getrennte oder sogar gegensätzliche Bereiche dargestellt – dabei sollten sie gemeinsam im Rahmen eines übergeordneten Ziels zum Schutz des Geldwerts betrachtet werden.

Während die Geldpolitik durch numerische Inflationsziele klar definiert sei, sei Finanzstabilität schwerer zu fassen, was zu einer künstlichen Unterscheidung zwischen beiden führe. „Dies ist wichtig, da die Unabhängigkeit in Bezug auf die Finanzstabilität ansonsten nicht so robust und, wie ich argumentieren würde, nicht robust genug ist", sagte Bailey in seiner Rede.

Politischer Druck auf Zentralbanken wächst

Baileys Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks zunehmendem politischen Druck ausgesetzt sind. In den USA hat Präsident Donald Trump wiederholt niedrigere Zinssätze gefordert und Fed-Chef Jerome Powell öffentlich kritisiert. In Großbritannien drängt Finanzministerin Rachel Reeves die Regulierungsbehörden – einschließlich der Bank of England – dazu, dem Wirtschaftswachstum bei ihren Entscheidungen mehr Gewicht beizumessen.

Bailey warnte in diesem Zusammenhang, dass Finanzstabilität sowohl private Interessen im Finanzsystem als auch Regierungen tangiere, die versuchen, das Wirtschaftswachstum durch eine Lockerung der Regulierung und eine Steigerung der Kreditvergabe anzukurbeln – insbesondere wenn die Erinnerungen an vergangene Krisen verblassen. So wie die Geldpolitik den Realwert des Geldes schütze, schütze die Finanzstabilitätspolitik das Vertrauen in das Geld – beide seien komplementär.

„Ich sehe einen Vorteil darin, ein einziges übergeordnetes Narrativ mit einem starken Fokus auf den Geldwert zu schaffen. Es würde Beschreibungen der Finanzstabilität wie ‚nebensächlich' oder ‚im Konflikt stehend' hinfällig machen", schloss Bailey seine Ausführungen.

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