Bob Iger will Disney vor Vertragsende verlassen – Nachfolge-Entscheidung steht bevor
Disney-CEO plant vorzeitigen Rückzug. Verwaltungsrat trifft sich nächste Woche zur Abstimmung über Nachfolger.

Bob Iger, Chef des Unterhaltungskonzerns Disney, will seinen Posten als CEO vor Ablauf seines Vertrags am 31. Dezember räumen. Das bestätigen mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Verwaltungsrat des Medienriesen wird sich nächste Woche in der Konzernzentrale in Burbank, Kalifornien, treffen, um über die Nachfolge abzustimmen.
In privaten Gesprächen der letzten Monate hat Iger engen Vertrauten mitgeteilt, dass er bereit sei, sich von den Belastungen des CEO-Postens zu lösen. Der 73-Jährige führt Disney seit 2005 – mit einer kurzen Unterbrechung von 2020 bis 2022, bevor er als Krisenmanager zurückkehrte. Nun scheint der endgültige Rückzug bevorzustehen.
Frustration über Kontroversen bei ABC News und die kurzzeitige Suspendierung von Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel sollen zu Igers Entscheidung beigetragen haben. Der Disney-Chef zeigte sich zuletzt zunehmend ermüdet von den täglichen Auseinandersetzungen im operativen Geschäft.
Neue Prioritäten nach jahrzehntelanger Karriere
Iger hat mehreren Vertrauten anvertraut, dass er mehr Zeit für private Interessen aufwenden möchte. Dazu gehört seine neue Superyacht Aquarius, die ihm im vergangenen Sommer ausgeliefert wurde. Zudem will er seine Frau Willow Bay, Dekanin der USC Annenberg School for Communication and Journalism, stärker unterstützen.
Auch das gemeinsame Investment in den Frauenfußballclub Angel City FC, den das Paar 2024 erwarb, soll künftig mehr Aufmerksamkeit erhalten. Nach fast zwei Jahrzehnten an der Spitze von Disney strebt Iger offenbar einen Lebensabschnitt mit weniger operativer Verantwortung an.
Entscheidende Woche für Disney-Zukunft
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Disney-Aktie reagierte bislang verhalten auf die Spekulationen. Anleger warten gespannt auf die Bekanntgabe des Nachfolgers, der den Konzern durch ein herausforderndes Medienumfeld führen muss. Streaming-Geschäft, Freizeitparks und das traditionelle TV-Geschäft stehen vor strukturellen Herausforderungen.
Der Verwaltungsrat hatte bereits in der Vergangenheit die Nachfolgeplanung als oberste Priorität bezeichnet. Mit der Sitzung nächste Woche könnte nun Klarheit über die Führungszukunft des Unterhaltungsriesen geschaffen werden.

