BMW kämpft in China um Anschluss im E-Auto-Markt
Nach zwei Jahren Absatzrückgang setzt BMW auf die „Neue Klasse" – doch der chinesische E-Auto-Markt wartet nicht.

BMW steht in China vor einer ernsthaften Herausforderung. Der Münchner Automobilhersteller setzt auf seine lang erwarteten Elektrofahrzeuge der „Neuen Klasse", um nach zwei Jahren rückläufiger Verkaufszahlen im wichtigsten Einzelmarkt der Welt wieder Boden gutzumachen. Doch die Konkurrenz auf dem chinesischen E-Auto-Markt hat längst nicht auf BMW gewartet.
Der Konzern musste zuletzt eine Reihe schlechter Nachrichten verkraften. Unter dem neuen CEO Milan Nedeljkovic gab BMW im vergangenen Monat eine überraschende Gewinnwarnung heraus – die dritte innerhalb von weniger als drei Jahren. Als einen der wesentlichen Gründe nannte das Unternehmen das schwächelnde China-Geschäft.
Dramatischer Absatzeinbruch im zweiten Quartal
Die jüngsten Verkaufszahlen unterstreichen die Schwere der Lage. BMW meldete am Freitag, dass der Absatz in China im zweiten Quartal um 30 Prozent eingebrochen ist. Dieser Rückgang verdeutlicht, wie stark der Druck auf den deutschen Premium-Hersteller in einem Markt gewachsen ist, der sich rasant verändert.
China gilt als der weltweit größte und dynamischste Markt für Elektrofahrzeuge. Heimische Hersteller wie BYD sowie zahlreiche neue chinesische Elektroauto-Marken haben in den vergangenen Jahren massiv an Marktanteilen gewonnen und setzen etablierte westliche Automobilkonzerne zunehmend unter Druck. Für BMW bedeutet dies: Jedes Jahr, in dem die eigene Elektrostrategie hinter den Erwartungen zurückbleibt, verliert der Konzern wertvolle Marktanteile an schnell wachsende lokale Wettbewerber.
Hoffnungsträger „Neue Klasse"
BMW setzt nun große Hoffnungen auf die sogenannte „Neue Klasse" – eine neue Generation von Elektrofahrzeugen, die speziell für die Anforderungen des modernen E-Auto-Marktes entwickelt wurde. Die Fahrzeuge sollen technologisch auf Augenhöhe mit der Konkurrenz sein und BMW helfen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen.
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Zur AktienanalyseDie entscheidende Frage bleibt jedoch, ob dieser Schritt rechtzeitig kommt. Der chinesische Markt entwickelt sich in einem Tempo, das selbst für global aufgestellte Konzerne schwer mitzuhalten ist. Zwei Jahre rückläufige Absatzzahlen und drei Gewinnwarnungen in knapp drei Jahren zeigen, wie groß der Handlungsdruck für BMW inzwischen geworden ist.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung bei BMW besonders relevant. Der Konzern gehört zu den Schwergewichten im deutschen Leitindex DAX, und die anhaltenden Schwierigkeiten in China belasten die Perspektiven für Umsatz und Gewinn spürbar. Wie schnell und erfolgreich BMW mit der „Neuen Klasse" den Turnaround in China schafft, dürfte die Kursentwicklung der BMW-Aktie in den kommenden Quartalen maßgeblich beeinflussen.


