BMW-Chef sieht Chancen für ausländische Hersteller in China
Nicolas Peter bleibt trotz wachsender chinesischer Konkurrenz optimistisch – und gibt Einblicke in die globale Marktstrategie des Konzerns.

Der chinesische Automobilmarkt bietet nach Einschätzung von BMW-Aufsichtsratsvorsitzendem Nicolas Peter auch für internationale Hersteller weiterhin ausreichend Platz. Der Grund: China ist der mit Abstand größte Automobilmarkt der Welt. Peter äußerte sich entsprechend am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Paris.
Trotz des zunehmenden Drucks durch heimische chinesische Anbieter sieht BMW demnach keine grundsätzliche Verdrängungsgefahr für ausländische Marken. Der weltgrößte Automarkt biete schlicht genug Volumen, um mehrere Anbieter nebeneinander zu tragen – auch solche aus Europa oder den USA.
BMW bleibt zuversichtlich für den US-Markt
Neben China sprach Peter auch über die Lage in Nordamerika. Der US-Markt sei für BMW weiterhin stabil und wichtig, betonte er. Das Unternehmen bleibe dort sehr zuversichtlich. Damit signalisiert BMW, dass es trotz geopolitischer Unsicherheiten und möglicher Handelshemmnisse an seiner Präsenz in den Vereinigten Staaten festhält.
Anders stellt sich die Situation in Europa dar. Dort verkauft BMW nach Peters Angaben weniger Fahrzeuge, als der Konzern auf dem Kontinent produziert. Das bedeutet, dass Europa für BMW zwar ein bedeutender Produktionsstandort bleibt, die Nachfrage vor Ort jedoch hinter den Kapazitäten zurückbleibt. Dies ist ein Hinweis auf die anhaltende Schwäche des europäischen Automobilmarkts, der mit strukturellen Herausforderungen kämpft.
Europas Elektromobilität: 60 Prozent bis 2035
Ein weiteres zentrales Thema war die Elektromobilität. Peter prognostizierte, dass der europäische Automobilmarkt bis zum Jahr 2035 im Durchschnitt zu bis zu 60 Prozent elektrisch sein könnte. Diese Einschätzung deckt sich mit den politischen Zielen der Europäischen Union, die den Verkauf neuer Verbrennerfahrzeuge ab 2035 faktisch beenden will.
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Zur AktienanalyseFür BMW als einer der führenden deutschen Premiumhersteller ist diese Entwicklung von zentraler strategischer Bedeutung. Der Konzern investiert seit Jahren massiv in die Elektrifizierung seines Portfolios und hat mit Modellen wie dem iX oder dem i4 bereits eine breite Palette an Elektrofahrzeugen im Angebot. Die Aussage Peters unterstreicht, dass die Branche den Wandel zur Elektromobilität in Europa als unumkehrbar betrachtet.
Die Aussagen des BMW-Aufsichtsratsvorsitzenden zeichnen insgesamt ein differenziertes Bild der globalen Automobillandschaft: ein wachsender, aber wettbewerbsintensiver chinesischer Markt, ein stabiler US-Markt und ein europäischer Heimatmarkt, der strukturell unter Druck steht, aber den Weg in die Elektromobilität konsequent einschlägt.


