BMW baut bis 2027 rund 8.000 Stellen ab
Der Münchener Autobauer plant einen massiven Stellenabbau – ausschließlich in der Verwaltung, per Abfindungsprogramm und freiwilliger Fluktuation.

BMW schließt sich dem Sparkurs der deutschen Automobilindustrie an: Bis Ende 2027 sollen rund 8.000 Stellen wegfallen. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll der Abbau über natürliche Fluktuation sowie ein freiwilliges Abfindungsprogramm erfolgen. Betroffen sind ausschließlich Bürojobs – die Produktion bleibt verschont.
Das Programm ist nach Angaben aus Unternehmenskreisen weitgehend mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelt. Die Kosten werden auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt, wobei die genaue Summe noch von der Anzahl der Beschäftigten abhängt, die das Abfindungsangebot annehmen.
Weltweit beschäftigt BMW rund 154.000 Mitarbeitende, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Da das Abfindungsprogramm hierzulande aufgelegt wird, dürfte ein erheblicher Teil der abzubauenden Stellen auf den deutschen Markt entfallen. Die ersten Abgänge werden noch in diesem Jahr erwartet, das Programm soll im kommenden Jahr an Fahrt gewinnen und sich ab 2028 positiv in den Kennzahlen niederschlagen.
BMW: Letzter großer Autobauer ohne Sparprogramm
Lange galt BMW als widerstandsfähigster der großen deutschen Automobilhersteller. Während Volkswagen, Mercedes-Benz, Audi und Porsche bereits im vergangenen Jahr teils umfangreiche Stellenstreichungen ankündigten, kam BMW ohne ein solches Programm aus. Beim Branchenriesen Volkswagen standen zeitweise bis zu 100.000 Stellenstreichungen sowie mehrere Werksschließungen im Raum – Dimensionen, die BMW bislang nicht erreicht.
Den Ausschlag für den nun angekündigten Schritt gab zuletzt eine Gewinnwarnung des Münchener Konzerns. Ursache war ein stärker als erwarteter Absatzeinbruch in China – dem weltweit größten Automobilmarkt. Die Entwicklung dort verlief demnach noch schlechter als ohnehin schon befürchtet.
Dabei hatte der Rückgang der Belegschaft bei BMW bereits vor der aktuellen Ankündigung begonnen: Zwischen Mitte 2025 und Mitte 2026 sank die Mitarbeiterzahl bereits um rund 2.000. Auch die Jahresprognose für 2026 hatte einen leichten Rückgang vorgesehen.
Historischer Vergleich: Ähnliche Dimension wie 2008
Beispiellos ist ein solcher Schritt für BMW nicht. Anfang 2008 kündigte der damalige Konzernchef Norbert Reithofer einen Stellenabbau in vergleichbarer Größenordnung an. Bis Ende 2010 schrumpfte die Belegschaft damals sogar um mehr als 10.000 auf rund 95.000 Mitarbeitende – bevor sie anschließend wieder deutlich anstieg. Angesichts der aktuellen Prognosen für die gesamte deutsche Automobilindustrie erscheint eine ähnlich rasche Erholung diesmal jedoch weniger wahrscheinlich.
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Zur AktienanalyseWie es finanziell um BMW steht, soll zeitnah klarer werden: Der Konzern legt seine Halbjahreszahlen vor, die Aufschluss über die aktuelle Lage geben werden.
IG Metall reagiert zurückhaltend
Die IG Metall Bayern äußerte sich vergleichsweise moderat zu den Plänen. Bezirksleiter Horst Ott erklärte: „BMW reagiert jetzt auf den wegbrechenden Markt in China und arbeitet parallel daran, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte zu stärken." Er betonte zudem, dass der Abbau „mit den Instrumenten der Betriebsparteien" erfolge und tarifvertragliche Regelungen nicht zur Disposition stünden. Für Privatanleger bleibt die Frage, wie sich der Stellenabbau mittelfristig auf die Profitabilität des Konzerns auswirkt – und ob die Maßnahmen ausreichen, um BMW im zunehmend schwierigen Marktumfeld wieder auf Kurs zu bringen.


