Blue-Owl-Mitgründer Ostrover verkauft Anteil an Washington Commanders
Doug Ostrover trennt sich vom NFL-Team, während die Bewertung der Commanders auf rund 9 Milliarden Dollar gestiegen ist.

Doug Ostrover, Mitgründer des Private-Credit-Unternehmens Blue Owl Capital, hat den letzten Teil seiner Beteiligung am NFL-Football-Team Washington Commanders verkauft. Dies berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ostrover hatte bereits 2025 begonnen, einen Großteil seines Anteils zu veräußern, und liquidiert nun die verbleibende Tranche.
Käufer von Ostrovers jüngstem Anteilspaket ist Josh Harris, der Private-Equity-Titan, der das Konsortium beim ursprünglichen Kauf des Teams angeführt hatte. Ostrover hatte sich diesem Konsortium im Jahr 2023 angeschlossen, um die Washington Commanders zu erwerben. Auch Blue-Owl-Mitgründer Marc Lipschultz gehörte damals zur Käufergruppe – er hat seinen Anteil laut einer der Personen bislang jedoch nicht verkauft.
Bewertung der Commanders steigt auf 9 Milliarden Dollar
Die jüngsten Transaktionen bewerteten die Washington Commanders in einer Größenordnung von rund 9 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem erheblichen Anstieg gegenüber den rund 6 Milliarden Dollar, für die die Harris-Gruppe das Team vor drei Jahren erworben hatte. Innerhalb von nur drei Jahren hat das NFL-Franchise damit rund 50 Prozent an Wert gewonnen – ein deutliches Zeichen für die anhaltend hohe Nachfrage nach Profisportfranchises in den USA.
Für deutsche Anleger ist dieser Kontext relevant: NFL-Teams gelten in den USA als besonders wertbeständige und wertsteigerungsträchtige Investitionen, da die Liga die Anzahl der Franchises streng begrenzt und die Fernsehrechte enorme Einnahmen generieren. Investoren wie Harris, Ostrover und Lipschultz nutzen solche Beteiligungen häufig als alternative Anlageklasse neben ihren Finanzgeschäften.
Blue-Owl-Aktie unter Druck – Margin Calls als Auslöser
Der Verkauf des Commanders-Anteils dürfte auch mit den finanziellen Belastungen zusammenhängen, die Ostrover durch seine Beteiligung an Blue Owl Capital entstanden sind. Die Aktie des Unternehmens hat im vergangenen Jahr rund 50 Prozent an Wert verloren. Investoren sind gegenüber Private-Credit-Fonds skeptischer geworden, insbesondere gegenüber solchen mit einem starken Engagement in der Softwarebranche – ein Trend, der durch den Aufstieg der Künstlichen Intelligenz ausgelöst wurde.
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Zur AktienanalyseOstrover und Lipschultz hatten Privatkredite aufgenommen, die mit rund 76 Millionen Blue-Owl-Aktien besichert waren. Dies löste Sorgen über potenzielle Margin Calls und anhaltenden Abwärtsdruck auf die Aktie aus. Das Wall Street Journal hatte im vergangenen Monat berichtet, dass die beiden diese Aktien als Sicherheiten für ihre Kredite abgezogen haben – ein Schritt, der die Lage am Aktienmarkt etwas entspannte.
Blue Owl Capital ist einer der führenden Anbieter im Bereich Private Credit – also privat vergebener Unternehmenskredite abseits des klassischen Bankensystems. Diese Anlageklasse hat in den vergangenen Jahren weltweit stark an Bedeutung gewonnen, steht aber zunehmend unter Beobachtung, da Risiken durch Branchenkonzentrationen und steigende Zinsen sichtbarer werden. Der Kursrückgang von Blue Owl spiegelt diese veränderte Stimmung unter institutionellen Investoren wider.


