Blue Origins New Glenn scheitert bei erster kommerzieller Mission
Beim dritten Flug der New-Glenn-Rakete wurde ein Satellit von AST SpaceMobile in einen falschen Orbit gebracht.

Der erste kommerzielle Start der New-Glenn-Rakete von Blue Origin ist am Sonntag von einem folgenschweren Zwischenfall überschattet worden. Das Raumfahrtunternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos musste einräumen, dass die Nutzlast des Fluges nicht korrekt in die Umlaufbahn gebracht wurde – ein empfindlicher Rückschlag für das Unternehmen.
Der Start selbst verlief zunächst planmäßig. Die New-Glenn-Rakete hob vom Blue-Origin-Startplatz in der Region Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab und stieg reibungslos in den Himmel. Es war erst der dritte Flug der gewaltigen Rakete überhaupt.
Booster-Landung gelingt – Satellit landet falsch
Während des Fluges gelang dem Unternehmen ein bemerkenswertes Kunststück: Der massive Booster der Rakete kehrte sicher zur Erde zurück. Diese Leistung haben bislang weltweit nur zwei Unternehmen mit Orbitalraketen vollbracht – Blue Origin selbst und Elon Musks SpaceX. Die erfolgreiche Booster-Bergung gilt als entscheidender Schritt hin zu wiederverwendbaren und damit kostengünstigeren Raketen.
Doch im späteren Verlauf der Mission kam es zu dem entscheidenden Fehler. Der an Bord befindliche Satellit des Unternehmens AST SpaceMobile wurde nicht ordnungsgemäß ausgesetzt. AST SpaceMobile ist ein Unternehmen, das ein mobiles Breitbandnetz im Weltraum aufbaut und dessen Aktie am Tag des Vorfalls um 6,41 Prozent nachgab.
Blue Origin bestätigt „nicht nominalen Orbit"
Blue Origin bestätigte den Vorfall in einem Beitrag auf der Plattform X. „Die Nutzlast wurde in einen nicht nominalen Orbit gebracht", schrieb das Unternehmen. Mit dem Begriff „nicht nominaler Orbit" beschreiben Raumfahrtunternehmen eine Umlaufbahn, die von der geplanten Zielposition abweicht. Das Unternehmen teilte zudem mit, dass die Teams derzeit untersuchen, was genau passiert sei.
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Zur AktienanalyseFür Blue Origin kommt der Rückschlag zu einem sensiblen Zeitpunkt. Das Unternehmen steht im direkten Wettbewerb mit SpaceX, das mit seiner Falcon-9-Rakete den kommerziellen Raumfahrtmarkt seit Jahren dominiert. Die New Glenn gilt als Blue Origins Antwort auf diesen Wettbewerb – eine schwere Trägerrakete, die das Unternehmen als zuverlässige Alternative für kommerzielle und institutionelle Kunden positionieren will.
Der Vorfall zeigt, wie anspruchsvoll die kommerzielle Raumfahrt bleibt. Selbst wenn Starts und Booster-Landungen gelingen, kann ein Fehler in der Endphase einer Mission – dem Aussetzen der Nutzlast – die gesamte Leistung des Fluges in Frage stellen. Für Kunden wie AST SpaceMobile, die auf die pünktliche und präzise Platzierung ihrer Satelliten angewiesen sind, sind solche Abweichungen potenziell kostspielig. Die Untersuchung der Ursachen durch Blue Origin dürfte daher mit großem Interesse verfolgt werden.

