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Blue-Origin-Rakete explodiert bei Test in Cape Canaveral

Eine Rakete von Jeff Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin explodierte bei einem Triebwerkstest in Florida in einem gewaltigen Feuerball.

Blue-Origin-Rakete explodiert bei Test in Cape Canaveral

Eine Rakete des Raumfahrtunternehmens Blue Origin ist in der Nacht zum Donnerstag auf ihrer Startrampe in Cape Canaveral, Florida, explodiert. Videoaufnahmen zeigen, wie die Rakete gegen 21:00 Uhr Ortszeit (02:00 Uhr MEZ) in einem gewaltigen Feuerball aufgeht und die unmittelbare Umgebung einhüllt. Verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand.

Blue Origin bestätigte den Vorfall in einer Stellungnahme in den sozialen Medien. Das Unternehmen sprach von einer „Anomalie", die während eines sogenannten Hotfire-Tests aufgetreten sei – einem Triebwerkstest, der im Vorfeld eines bevorstehenden Starts durchgeführt wurde. Alle Mitarbeiter seien wohlauf, teilte das Unternehmen mit.

Bezos meldet sich persönlich zu Wort

Auch Blue-Origin-Gründer Jeff Bezos meldete sich persönlich auf der Plattform X zu Wort. „Es ist noch zu früh, um die Ursache zu kennen, aber wir arbeiten bereits daran, sie zu finden", schrieb der Amazon-Milliardär. Bezos gründete Blue Origin im Jahr 2000 und baut das Unternehmen seitdem zu einem ernsthaften Konkurrenten im kommerziellen Raumfahrtmarkt aus.

Bezos zeigte sich trotz des schweren Rückschlags entschlossen: „Ein sehr harter Tag, aber wir werden alles wieder aufbauen, was nötig ist, und zum Flugbetrieb zurückkehren. Es ist es wert." Der Katastrophenschutz von Brevard County bestätigte, dass keine Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe. Rettungskräfte waren vor Ort im Einsatz.

Die US Space Force teilte mit, dass Beamte gemeinsam mit Blue Origin die verfügbaren Daten auswerten, um die genaue Ursache der Anomalie zu ermitteln. Auch die US-Luftfahrtbehörde FAA erklärte, ihr sei der Vorfall bekannt. Die Behörde stellte klar, dass der Test nicht in den Bereich der von der FAA lizenzierten Aktivitäten falle und es keine Auswirkungen auf den Flugverkehr gegeben habe.

NASA-Administrator mahnt zur Vorsicht

NASA-Administrator Jared Isaacman kommentierte den Vorfall ebenfalls auf X. „Die Raumfahrt verzeiht keine Fehler, und die Entwicklung neuer Schwerlast-Startkapazitäten ist außerordentlich schwierig", schrieb er. Die NASA werde mit ihren Partnern zusammenarbeiten, um eine gründliche Untersuchung der Anomalie zu unterstützen, die kurzfristigen Auswirkungen auf die Mission zu bewerten und wieder Raketen zu starten.

Der Vorfall kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Blue Origin. Erst im vergangenen Monat wurde die neueste Rakete des Unternehmens mit einem Startverbot belegt, nachdem die FAA eine Untersuchung eines „Zwischenfalls" im Zusammenhang mit einem gescheiterten Satellitenstart angeordnet hatte. Dabei hatte Blue Origin versucht, einen Satelliten des Unternehmens AST SpaceMobile mit seiner New-Glenn-Rakete in den Orbit zu befördern – was jedoch nicht wie geplant gelang.

Trotz dieser Rückschläge kann Blue Origin auch auf Erfolge zurückblicken. Im vergangenen November gelang dem Unternehmen ein bedeutender Meilenstein: Eine New-Glenn-Rakete startete erfolgreich von Florida aus, und die wiederverwendbare Booster-Stufe wurde dabei zum ersten Mal erfolgreich gelandet. Dieser Schritt gilt als entscheidend für die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit im Wettbewerb mit Rivalen wie SpaceX von Elon Musk.

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