Blackstone und Vanguard starten gemeinsame Privatmarktfonds für Privatanleger
Die neue Partnerschaft bringt Private Equity, Credit, Immobilien und Infrastruktur erstmals als „One-Stop"-Lösung für Privatanleger.

Blackstone, Vanguard Group und Wellington Management führen gemeinsam ihre ersten Privatmarktfonds für Privatanleger ein. Die Partnerschaft der drei Investmentgesellschaften bringt zwei neue Produkte auf den Markt, die bislang institutellen Investoren vorbehaltene Anlageklassen auch für Privatpersonen zugänglich machen sollen. Der Startschuss fällt an diesem Mittwoch.
Konkret werden zwei unterschiedliche Fonds aufgelegt: Der erste kombiniert börsennotierte und private Vermögenswerte in einem einzigen Produkt. Der zweite Fonds investiert ausschließlich in private Anlagen – darunter Private Equity, Private Credit, Immobilien und Infrastrukturinvestitionen. Für Blackstone ist dies ein Novum, denn bisher hatte das Unternehmen keinen derart diversifizierten „One-Stop"-Fonds angeboten, der private und öffentliche Anlagen vereint.
Eingeschränkte Liquidität als zentrales Merkmal
Anleger müssen bei diesen Produkten eine wichtige Einschränkung akzeptieren: Anteile können nur in vierteljährlichen Zeitfenstern zurückgegeben werden. Diese begrenzte Liquidität ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Merkmal, das Notverkäufe illiquider Vermögenswerte verhindern soll. Hintergrund ist ein Abzug besorgter Anleger aus vergleichbaren Private-Credit-Fonds in diesem Jahr, der Anbieter dazu zwang, Rücknahmen auf vordefinierte Limits zu begrenzen.
Blackstone-Präsident Jon Gray verteidigt das Konzept ausdrücklich: „Der Kernpunkt dabei ist, dass die Anleger verstehen, dass sie einen Teil der Liquidität gegen den Zugang zu Anlagen eintauschen, die sie sonst nicht erhalten könnten – Diversifizierungsvorteile und, was am wichtigsten ist, überdurchschnittliche Renditen." Gray ergänzte: „In der Vergangenheit war dies für Anleger ein sehr vorteilhaftes Geschäft."
Vertrieb zunächst über Merrill und Bank of America
Vorerst werden die neuen Fonds ausschließlich über Finanzberater an Kunden von Merrill und der Bank of America Private Bank vertrieben. Die beteiligten Unternehmen rechnen jedoch bald mit einer breiteren Akzeptanz durch weitere Vermögensverwaltungsgesellschaften. Langfristig plant Vanguard zudem, die Fonds in größerem Umfang über seine Brokerage-App anzubieten.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer Zusammenschluss von Blackstone – dem weltweit größten Verwalter alternativer Anlagen – mit zwei großen traditionellen Vermögensverwaltern steht exemplarisch für einen breiteren Trend an der Wall Street. Immer mehr Finanzinstitute versuchen, Anlageklassen wie Private Equity und Private Credit, die lange Zeit institutionellen Investoren wie Pensionsfonds oder Staatsfonds vorbehalten waren, auch Privatpersonen zugänglich zu machen.
Blackstone hat auf diesem Weg bereits Erfahrung gesammelt: Das Unternehmen verkauft seit einiger Zeit Fonds mit Schwerpunkt auf Private Credit und Immobilien über Berater – und hat diese damit auch nicht-akkreditierten Privatanlegern geöffnet. Die neue Partnerschaft mit Vanguard und Wellington Management geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter und bietet erstmals ein breit diversifiziertes Gesamtpaket aus privaten und öffentlichen Anlagen unter einem Dach.


