Blackstone und CD&R prüfen Übernahme von Magnum Ice Cream
Weniger als sechs Monate nach dem Börsengang prüfen große Private-Equity-Firmen ein Gebot für den Eishersteller Magnum.

Blackstone und CD&R (Clayton, Dubilier & Rice) gehören zu den Private-Equity-Firmen, die sich in einem frühen Stadium der Prüfung von Geboten für die Magnum Ice Cream Company befinden. Das berichtet Reuters unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Der Börsengang von Magnum liegt erst wenige Monate zurück.
Die Magnum Ice Cream Company – Eigentümerin bekannter Marken wie Cornetto und Ben & Jerry's – wurde erst am 8. Dezember 2024 vom britischen Konsumgüterriesen Unilever abgespalten und an die Börse gebracht. Die Bewertung beim IPO lag bei rund 7,8 Milliarden Euro und damit deutlich unter den Analystenerwartungen von bis zu 10,8 Milliarden Euro.
Aktienkurs unter Druck – Private Equity wittert Chance
Seitdem hat die Aktie erheblich an Wert verloren. Von einem Höchststand von 16,50 Euro zu Beginn des Jahres ist der Kurs auf rund 13 Euro gefallen – nahe dem Debütpreis. Zeitweise wurden die Papiere sogar bei nur 11 Euro gehandelt. Genau diesen geschwächten Kurs beobachten die Interessenten laut den Insidern aufmerksam, bevor sie über einen möglichen Schritt entscheiden.
Die Überlegungen befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Beide Firmen warten zunächst die Veröffentlichung der Sommerumsätze von Magnum ab, bevor sie eine Entscheidung treffen – verständlich, da Magnum einen Großteil seines Jahresumsatzes in den Sommermonaten erzielt. Auch weitere, namentlich nicht genannte Private-Equity-Häuser sollen Interesse bekundet haben.
Auf den Reuters-Bericht reagierte die Magnum-Aktie mit einem Kurssprung von fast 16 Prozent und steuerte damit auf ihren größten Tagesgewinn seit dem Börsengang zu. Magnum, Unilever, Blackstone und CD&R lehnten gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab.
Turnaround-Potenzial als Investitionsargument
Für Private-Equity-Investoren könnte Magnum eine klassische Turnaround-Chance darstellen. Laut den Insidern sehen potenzielle Bieter Spielraum für Kostensenkungen und Margenausweitung, um das Unternehmen näher an den Wettbewerber Froneri heranzuführen. Froneri ist ein Joint Venture zwischen PAI Partners und Nestlé und wurde im Oktober 2024 mit 15 Milliarden Euro bewertet.
Magnum gibt an, rund 21 Prozent des globalen Speiseeismarktes zu kontrollieren, der insgesamt auf 87 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Damit liegt das Unternehmen deutlich vor Froneri, das einen Marktanteil von 11 Prozent hält.
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Zur AktienanalyseDas Marktumfeld ist allerdings nicht ohne Herausforderungen: Einige Verbraucher entscheiden sich angesichts des Booms von GLP-1-Abnehmpräparaten zunehmend für gesündere Alternativen, was den Absatz von Süßwaren und Eisprodukten belasten könnte.
Unilever bleibt vorerst Minderheitsaktionär
Unilever, das fast zwei Jahre für den Börsengang seiner Eismarken benötigte, hält weiterhin eine Beteiligung von 19,9 Prozent an Magnum. Der Konzern plant, diesen Anteil innerhalb von fünf Jahren vollständig zu veräußern. Ein möglicher Private-Equity-Deal wäre der jüngste in einer Reihe von Privatisierungen in Europa, da Beteiligungsgesellschaften nach mehreren Jahren verhaltener Transaktionstätigkeit verstärkt versuchen, ihr Kapital zu investieren.


