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Blackstone trotzt Private-Credit-Krise mit starker Erfolgsbilanz

Negative Schlagzeilen belasten Blackstones Flaggschiff-Fonds BCRED – doch institutionelle Investoren bleiben dem Marktführer treu.

Blackstone trotzt Private-Credit-Krise mit starker Erfolgsbilanz

Blackstone, einer der weltweit führenden Verwalter alternativer Investments, sieht sich im Bereich Private Credit mit erheblichem Gegenwind konfrontiert. Negative Berichterstattung über den Sektor hat Privatanleger dazu veranlasst, Kapital aus dem Flaggschiff-Fonds BCRED abzuziehen. Institutionelle Investoren und Versicherungskunden hingegen halten an ihren Positionen fest – und das ist entscheidend.

Diese erfahreneren Investoren machen 75 Prozent des verwalteten Kreditvermögens (AUM) von Blackstone aus. Sie blicken nach Einschätzung des Unternehmens über das „Rauschen" der negativen Schlagzeilen hinaus auf die tatsächlichen Fakten. Das zeigt, wie unterschiedlich professionelle und private Anleger auf Marktunsicherheiten reagieren.

Fakten gegen Mythen: CEO Schwarzman stellt klar

Blackstone-CEO Steve Schwarzman nutzte die Telefonkonferenz zum ersten Quartal, um gezielt Fakten von Mythen zu trennen. Er verwies darauf, dass hochrangige Regulatoren und Finanzverantwortliche kein systemisches Risiko durch Private Credit erkennen. Konkret betonte er: „Die Finanzministerin, die Führung der Federal Reserve und der SEC sowie die Leiter zahlreicher Finanzinstitute haben mittlerweile anerkannt, dass sie kein systemisches Risiko durch Private Credit sehen."

Die Leistungsbilanz des Unternehmens untermauert diese Einschätzung. Schwarzman hob hervor, dass Blackstone in seinen Non-Investment-Grade-Strategien für Private Credit seit der Auflegung vor fast zwanzig Jahren jährliche Nettorenditen von 9,4 Prozent erzielt hat – etwa das Doppelte der Rendite des Marktes für Leveraged Loans. Diese Erfolgsbilanz erstreckt sich über mehrere Markt- und Konjunkturzyklen sowie verschiedene Zinsphasen.

Trotz der Erwartung, dass niedrigere Zinsen und höhere Ausfallraten bevorstehen, zeigt sich Schwarzman zuversichtlich. Blackstone habe seine Fonds mit Blick auf solche Zyklen konzipiert: geringe Hebelwirkung, hohe laufende Erträge und bedeutende Reserven zur Abdeckung potenzieller Verluste. Diese strukturellen Merkmale sollen das Portfolio auch in schwierigeren Marktphasen schützen.

Expansion in Investment-Grade-Kredite als Wachstumsstrategie

Während die aktuellen Marktsorgen vor allem den Non-Investment-Grade-Bereich betreffen, baut Blackstone gleichzeitig seine Investment-Grade-Kreditplattform aus. Im ersten Quartal steigerte das Unternehmen diesen Bereich um 23 Prozent auf ein verwaltetes Vermögen von 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein bemerkenswertes Wachstumstempo in einem herausfordernden Marktumfeld.

COO John Gray betonte in der Telefonkonferenz, dass Blackstone „zu einem wichtigen Kapitalgeber für die Realwirtschaft wird, einschließlich Infrastruktur, Wohnungs- und Konsumfinanzierung, gewerblicher Finanzierung und Flugzeugleasing". Er verwies zudem auf die wachsende Nachfrage nach Kapital für den Aufbau von KI-Infrastruktur als besondere Chance. Das Direct-to-Borrower-Modell von Blackstone soll dabei eine dauerhafte Mehrrendite gegenüber liquiden Kreditinvestitionen liefern.

Für deutsche Privatanleger ist der Kontext wichtig: Private Credit bezeichnet Kredite, die nicht über öffentliche Kapitalmärkte, sondern direkt zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer vergeben werden. Investment-Grade-Kredite gelten dabei als deutlich sicherer als Non-Investment-Grade-Kredite, da das Ausfallrisiko erheblich geringer ist.

Ausblick: Blackstone sieht sich gut positioniert

Trotz der kurzfristigen Kapitalabflüsse aus dem BCRED-Fonds entwickeln sich Blackstones Private-Credit-Investitionen insgesamt weiterhin solide. Das Unternehmen erwartet, dass dies auch so bleiben wird. Die parallele Expansion in den Investment-Grade-Bereich diversifiziert das Geschäftsmodell zusätzlich.

Wenn sich die Stimmung am Private-Credit-Markt wieder aufhellt, dürfte Blackstone von seiner breiten Plattform und seiner langjährigen Erfolgsbilanz profitieren. Die Kombination aus stabiler institutioneller Kundenbasis, bewährten Renditen und wachsendem Investment-Grade-Geschäft positioniert das Unternehmen für eine starke Erholung. Für Anleger bleibt Blackstone damit ein zentraler Akteur im Bereich alternativer Investments.

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