Blackstone: Rekord-Abflüsse aus 82-Milliarden-Dollar Private-Credit-Fonds
Der US-Finanzriese Blackstone kämpft mit massiven Mittelabflüssen aus seinem größten Private-Credit-Fonds.

Blackstone steht unter Druck: Aus dem 82 Milliarden Dollar schweren Private-Credit-Fonds Bcred zogen Anleger im jüngsten Quartal netto 1,7 Milliarden Dollar ab – ein Rekordwert. Die Abflüsse übertrafen die Zuflüsse deutlich, was die wachsende Skepsis institutioneller und privater Investoren gegenüber der Anlageklasse widerspiegelt.
Konkret lösten Aktionäre Anteile im Wert von 7,9 Prozent des Fondsvermögens ein. Das liegt deutlich über der gesetzlichen Mindestquote von 5 Prozent, die Manager sogenannter semiliquider Fonds bei Rückkäufen erfüllen müssen. Laut einer am Montag eingereichten Mitteilung bediente Bcred sämtliche Rückkaufanträge vollständig.
Blackstone-Präsident Jonathan Gray hatte noch zuletzt Optimismus verbreitet und das Risiko von Mittelabflüssen aus Private-Credit-Produkten heruntergespielt. Er verwies auf die starke Nachfrage neuer Investoren. Nun hat sich das Bild gedreht.
Aktie unter Druck – Branche im Fokus
Die Blackstone-Aktie verlor am Dienstag rund 3 Prozent und hat in diesem Jahr bereits etwa 25 Prozent an Wert eingebüßt. Hintergrund sind wachsende Sorgen über potenzielle Kreditausfälle im Private-Credit-Segment, das in den vergangenen Jahren boomte und nun erste Schwächesignale zeigt.
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Zur AktienanalyseEin Unternehmenssprecher betonte, Bcred habe seit Auflegung eine jährliche Gesamtrendite von 9,8 Prozent erzielt und liefere weiterhin starke Performance für seine Anleger. Die Aussage soll Vertrauen zurückgewinnen, nachdem auch bei anderen Private-Credit-Fonds Privatanleger vermehrt Kapital abgezogen hatten.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung relevant: Private Credit gilt hierzulande als wachstumsstarke Anlageklasse, die in Portfolios institutioneller Investoren und zunehmend auch in Retail-Produkten vertreten ist. Steigende Rückkaufquoten und fallende Kurse bei führenden Anbietern wie Blackstone könnten das Sentiment gegenüber der gesamten Branche belasten.


