Blackstone meldet 50% mehr Zuflüsse von Privatanlegern im Juni
Präsident Jon Gray verkündet auf Konferenz starke Erholung nach schwachem April und Mai – Private Equity auf Rekordhoch.

Blackstone, der weltweit größte Verwalter alternativer Anlagen, hat im Juni eine deutliche Erholung bei den Zuflüssen aus dem Private-Wealth-Bereich verzeichnet. Präsident und Chief Operating Officer Jon Gray gab auf der Morgan Stanley U.S. Financials Conference in New York bekannt, dass die Zuflüsse zum 1. Juni um 50 Prozent gestiegen sind und damit wieder das Niveau des ersten Quartals erreicht haben.
„Im Zeitraum April und Mai, zum 1. April und 1. Mai, sahen wir eine Verlangsamung, doch bis zum 1. Juni verzeichneten wir ein Plus von 50% und kehrten damit auf das Niveau des ersten Quartals zurück", zitierte Gray auf der Konferenz. Die Erholung ist bemerkenswert, da der Sektor zuletzt mit erheblichem Gegenwind konfrontiert war – insbesondere bei Fonds, die wohlhabenden Privatanlegern Zugang zu selten gehandelten privaten Vermögenswerten bieten.
Unterschiedliche Entwicklung bei Credit und Private Equity
Gray differenzierte dabei klar zwischen den einzelnen Anlageklassen. Im Credit-Bereich verzeichnet Blackstone aufgrund der aktuellen Marktunruhen weiterhin geringere Zuflüsse. Bei Private Equity hingegen meldete das Unternehmen zum 1. Juni die höchsten Zuflüsse seit der Auflegung des entsprechenden Produkts – ein historischer Bestwert.
„Angesichts der Unruhe am Markt verzeichnen wir derzeit geringere Zuflüsse im Credit-Bereich, aber wenn man sich Private Equity ansieht, hatten wir zum 1. Juni die höchsten Zuflüsse seit der Auflegung des Produkts", so Gray wörtlich. Diese Differenzierung ist für Anleger bedeutsam, da sie zeigt, dass die Nachfrage nach alternativen Anlagen keineswegs einheitlich zurückgegangen ist.
Der Hintergrund der Entwicklung ist komplex: Private-Credit-Fonds für wohlhabende Privatpersonen hatten zu Beginn dieses Jahres erstmals mehr Abflüsse als Neuzusagen verzeichnet – ein ungewöhnliches Signal in einem Segment, das in den vergangenen Jahren stark gewachsen war. Solche Fonds, auch als semiliquide oder evergreen Fonds bekannt, ermöglichen es vermögenden Privatanlegern, in normalerweise schwer zugängliche Anlageklassen wie Private Credit oder Private Equity zu investieren.
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Zur AktienanalyseBlackstone ist nicht das einzige Unternehmen, das mit Gegenwind in diesem Bereich konfrontiert ist. Die in der Schweiz ansässige Partners Group brachte zuletzt einen Anstieg der Rückgabewünsche von Anlegern bei Private-Equity-Fonds mit einem Übergreifen der Sorgen über Private Credit auf andere Anlageklassen in Verbindung. Dies deutet auf eine breitere Verunsicherung unter Privatanlegern hin, die über alternative Anlageklassen hinausgeht.
Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung von besonderer Relevanz, da auch hierzulande das Interesse an alternativen Anlagen – insbesondere Private Equity und Private Credit – in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Viele Vermögensverwalter und Banken haben entsprechende Produkte für wohlhabende Privatkunden aufgelegt. Die Signale aus dem Blackstone-Lager deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach diesen Produkten trotz kurzfristiger Schwankungen grundsätzlich intakt bleibt – zumindest im Bereich Private Equity.


