BlackRocks HPS-Privatkreditfonds begrenzt Rücknahmen erneut
Zum zweiten Mal in Folge schränkt HLEND Rücknahmen ein – Anträge überstiegen die 5%-Grenze deutlich.

Der HPS Corporate Lending Fund von BlackRock (HLEND) hat die Rücknahmen durch Anleger erneut begrenzt. Bereits zum zweiten Quartal in Folge überstiegen die eingegangenen Rücknahmeanträge die zulässige Grenze – diesmal beliefen sie sich auf insgesamt 13,3% der zum 31. März 2026 ausstehenden Anteile.
Der Fonds wird Rückkaufanträge lediglich für 5% der ausstehenden Anteile erfüllen. Laut einem Aktionärsbrief entspricht dies einem Betrag von rund 620 Millionen US-Dollar. Die Rücknahmebeschränkung ist ein Instrument, das bei nicht-börsennotierten Kreditfonds dieser Art regelmäßig zum Einsatz kommt, wenn die Nachfrage nach Rücknahmen die festgelegte Obergrenze übersteigt.
Solide Performance trotz Rücknahmedruck
Trotz des anhaltenden Rücknahmedrucks kann HLEND auf eine beachtliche Wertentwicklung verweisen. Für Aktionäre der Klasse I erzielte der Fonds seit Auflegung bis zum 30. April 2026 eine annualisierte Gesamtrendite (netto) von 10,2%. Das entspricht einem Aufschlag von 3,8 Prozentpunkten gegenüber den Gesamtrenditen breit syndizierter Kredite im selben Zeitraum. Die annualisierte Ausschüttungsquote für Aktionäre der Klasse I lag im Mai 2026 bei 9,9%.
Diese Kennzahlen unterstreichen, dass der Fonds im Vergleich zum breiten Kreditmarkt eine Mehrrendite erwirtschaftet – ein zentrales Argument für Investitionen in den Private-Credit-Bereich, der in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist.
Starke Liquiditätsposition und konservatives Portfolio
Zum 31. März 2026 verfügte HLEND über eine geschätzte Gesamtliquidität von 7,2 Milliarden US-Dollar. Diese setzt sich zusammen aus:
- 4,9 Milliarden US-Dollar an verfügbarer Kreditkapazität
- Über 700 Millionen US-Dollar an Barmitteln
- Einem Portfolio an liquiden Mitteln in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar
Der Verschuldungsgrad des Fonds blieb mit 1,0x am unteren Ende seiner Zielspanne – ein Zeichen für ein konservatives Risikomanagement. Erstrangig besicherte Darlehen machten dabei mehr als 95% des Portfolios aus, was das Verlustrisiko im Falle von Kreditausfällen begrenzt.
Die Qualität der Portfoliounternehmen zeigt sich in weiteren Kennzahlen: Das gewichtete durchschnittliche EBITDA der privaten Beteiligungen belief sich auf 251 Millionen US-Dollar. Der gewichtete durchschnittliche Beleihungsauslauf (Loan-to-Value, LTV) lag bei 39%, der gewichtete durchschnittliche Zinsdeckungsgrad bei 2,3x. Die Portfoliounternehmen verzeichneten auf Basis der letzten zwölf Monate bis zum 31. März 2026 ein Umsatz- und EBITDA-Wachstum von jeweils 11%.
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Zur AktienanalyseZeichnungen sollen Rückkäufe ausgleichen
BlackRock erwartet, dass Zeichnungen neuer Anteile sowie die Reinvestition von Ausschüttungen die Rückkäufe in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 mehr als ausgleichen werden. Dies würde bedeuten, dass das verwaltete Vermögen des Fonds trotz der Rücknahmeeinschränkungen insgesamt stabil bleibt oder sogar wächst.
Für deutsche Privatanleger ist der Fall HLEND ein anschauliches Beispiel für die strukturellen Besonderheiten von Private-Credit-Fonds: Hohe laufende Renditen gehen mit eingeschränkter Liquidität einher. Wer in solche Vehikel investiert, muss damit rechnen, dass Rücknahmen in Stressphasen nicht vollständig und sofort bedient werden können.


