BlackRock-Strategin nennt vier Markttrends und Investmentideen
Gargi Pal Chaudhuri von BlackRocks iShares verwaltet 4,3 Billionen Dollar und teilt ihre wichtigsten Markteinschätzungen für Anleger.

Gargi Pal Chaudhuri, Leiterin der Anlagestrategie bei BlackRocks iShares Amerika, hat in ihrem aktuellen Bericht „Spring Investment Directions" vier zentrale Markttrends identifiziert. Die iShares-Sparte verwaltet in ihrer Amerika-Abteilung ein Vermögen von 4,3 Billionen US-Dollar. Pal Chaudhuri erläuterte gegenüber Business Insider, welche Chancen sie trotz der jüngsten Marktvolatilität sieht und wie Anleger konkret investieren können.
KI-Dynamik bleibt intakt
Der KI-Sektor hatte zuletzt mit Gegenwind zu kämpfen: Im vergangenen Herbst sorgten Bedenken über die Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur für Unsicherheit, Anfang dieses Jahres kamen Befürchtungen über die Überflüssigkeit von Softwarelösungen hinzu. Dennoch bleibt KI für Pal Chaudhuri eine ihrer optimistischsten Überzeugungen. „Dies ist eines der Themen, die uns schon seit über drei Jahren begleiten, und wir glauben, dass dies das Gewinnwachstum weiterhin antreiben wird", sagte sie.
Als Investmentansatz empfiehlt sie aktives Fondsmanagement, um Gewinner von Verlierern zu trennen. Als Beispiel nannte sie den iShares AI Innovation and Tech Active ETF (BAI), der in den vergangenen zwölf Monaten um beeindruckende 103 Prozent gestiegen ist. Weitere Beispiele für KI-fokussierte Fonds sind der Amplify AI Powered Equity ETF (AIEQ) und der KraneShares Artificial Intelligence & Technology ETF (AGIX).
Attraktivere Bewertungen nach dem Ausverkauf
Nach den jüngsten Kursrückgängen sieht Pal Chaudhuri die Bewertungen am US-Aktienmarkt als attraktiver an. Der Grund: Die Gewinnschätzungen der Unternehmen sind gestiegen, während die Aktienkurse gleichzeitig gefallen sind – ein klassisches Signal für günstigere Einstiegsniveaus.
Ihr Investmenttipp lautet hier: US-Large-Cap-Aktien. Standardwerte großer Unternehmen reagieren laut Pal Chaudhuri weniger empfindlich auf Zinssätze und makroökonomische Risiken als kleinere Unternehmen. Zwar ist der S&P 500 das klassische Investment in diesem Segment, doch sie rät zu einer noch stärkeren Konzentration und empfiehlt einen Indexfonds, der lediglich die 100 größten US-Unternehmen abbildet.
Aufgehobene Korrelation zwischen Aktien und Anleihen
Ein besonders wichtiger Trend betrifft das Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen. Historisch galten Anleihen als Stabilitätsanker: Wenn Aktien fielen, stiegen Anleihen typischerweise, da Anleger Sicherheit suchten. Diese bewährte Diversifikationsstrategie funktioniert derzeit jedoch nicht mehr zuverlässig.
„Die traditionelle Diversifizierung zwischen Aktien und Anleihen war in den letzten Jahren unzuverlässig und hat sich nach dem Ausbruch des Nahostkonflikts Ende Februar deutlich abgeschwächt", schrieb Pal Chaudhuri in ihrem Bericht. Die rollende 20-Tage-Korrelation zwischen Aktien und Anleihen stieg Ende März auf 0,72 – den höchsten Stand seit Mai 2024.
Als Alternative empfiehlt sie inflationsgeschützte US-Staatsanleihen mit kürzerer Laufzeit, sogenannte TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities). „Vom Beginn der Pandemie-Auswirkungen Ende 2020 bis heute haben TIPS nominale Anleihen um etwa 12 Prozent übertroffen", so Pal Chaudhuri. Ergänzend verweist sie auf liquide alternative Investmentfonds, die Managed-Futures-Strategien nutzen und Renditen erzielen, die unabhängig von der Entwicklung von Aktien oder Anleihen sind.
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Zur AktienanalyseEnergiesicherheit als strukturelles Thema
Als vierten Trend hebt Pal Chaudhuri das Thema Energiesicherheit hervor. Strukturelle Faktoren dürften Energie auch künftig knapp halten. „Angesichts der Ausgaben, die aufgrund des Energiebedarfs für KI bereits getätigt wurden, und nun mit dem jüngsten Schock bei den Ölpreisen, glauben wir, dass uns das Thema Energiesicherheit wahrscheinlich noch einige Zeit begleiten wird", sagte Pal Chaudhuri.
Ihr Investmentfokus liegt dabei auf sogenannten „Schaufelherstellern" im Energiesektor – also Unternehmen, die Infrastruktur wie Pipelines aufbauen und instand halten. Diese profitieren unabhängig davon, welche Energiequellen letztlich dominieren, von der wachsenden Nachfrage nach Energieinfrastruktur.


