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BlackRock Privatkreditfonds kämpft mit Rücknahmeanträgen von 13 Prozent

Anleger des BlackRock-Flaggschiff-Privatkreditfonds fordern massenhaft Rücknahmen – ein Zeichen wachsenden Drucks auf die gesamte Branche.

BlackRock Privatkreditfonds kämpft mit Rücknahmeanträgen von 13 Prozent

Anleger des Flaggschiff-Privatkreditfonds von BlackRock haben im zweiten Quartal die Rücknahme von insgesamt 13,3 Prozent der Fondsanteile beantragt. Das geht aus einem Schreiben des Unternehmens vom Freitag hervor. Im vorangegangenen Quartal lag dieser Wert noch bei 9,3 Prozent – der Anstieg ist damit erheblich.

BlackRock hält jedoch an der zuvor angekündigten Rücknahmeschwelle von 5 Prozent fest. Das bedeutet: Der Vermögensverwalter kauft lediglich 5 Prozent der Anteile zurück und zahlt die Anteilseigner auf Pro-rata-Basis aus. Anleger, die mehr als diesen Anteil zurückgeben wollten, müssen auf spätere Rücknahmefenster warten.

Branchenweiter Druck auf Privatkreditfonds

Der Fall BlackRock ist kein Einzelfall. Die gesamte Privatkreditbranche, die in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt hatte, steht zunehmend unter Druck. Sorgen über Kreditausfälle, Betrug sowie das Engagement bei Softwareunternehmen, die als anfällig gegenüber dem Aufstieg der künstlichen Intelligenz gelten, belasten das Vertrauen der Investoren.

Auch bei anderen großen Anbietern häufen sich die Rücknahmeanträge. Blackstone meldete Anfang des Monats, dass Anleger seines unter dem Namen Bcred bekannten Fonds im zweiten Quartal die Rücknahme von 10 Prozent ihrer Anteile beantragt haben. Noch deutlicher fällt die Situation bei Cliffwater aus: Dort forderten Investoren die Rückgabe von 17 Prozent der Anteile an dem 31 Milliarden US-Dollar schweren Fonds.

Wie Privatkreditfonds mit Rücknahmen umgehen

Privatkreditfonds sind strukturell anders aufgebaut als klassische Publikumsfonds. Die meisten dieser Vehikel sind so konzipiert, dass die Fondsmanager die Auszahlungen auf 5 Prozent des Fondsvolumens pro Quartal begrenzen können. Das schützt die Fonds vor einem plötzlichen Massenabzug von Kapital, bedeutet aber gleichzeitig, dass Anleger für einen gewissen Zeitraum an ihren Investments gebunden bleiben.

Für deutsche Privatanleger, die in solche semiliquiden Alternativen-Fonds investiert haben oder dies erwägen, ist diese Struktur besonders relevant. Anders als bei börsengehandelten Produkten ist ein schneller Ausstieg nicht möglich. Die aktuellen Entwicklungen bei BlackRock, Blackstone und Cliffwater verdeutlichen, dass selbst bei großen, etablierten Anbietern die Liquiditätsbeschränkungen in Stressphasen spürbar werden.

Die Häufung der Rücknahmeanträge quer durch die Branche signalisiert, dass das Vertrauen der institutionellen und privaten Anleger in den Privatkreditmarkt derzeit auf dem Prüfstand steht. Ob es sich um eine vorübergehende Korrektur oder einen strukturellen Stimmungswandel handelt, bleibt abzuwarten.

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