BlackRock BDEBT: Private-Credit-Fonds erreicht Rücknahme-Obergrenze erstmals
Zum ersten Mal seit Auflegung 2022 überschreiten Rücknahmeanträge die vierteljährliche 5%-Grenze – der Fonds erfüllt Anträge im Wert von rund 83 Millionen Dollar.

Der BlackRock Private Credit Fund (BDEBT) hat bekannt gegeben, dass die Rücknahmeanträge seiner Aktionäre im zweiten Quartal 2026 rund 5,3% der ausstehenden Aktien erreicht haben. Damit wurde die vierteljährliche Rücknahme-Obergrenze von 5% zum ersten Mal seit der Fondsauflegung im Juni 2022 überschritten. Der Fonds wird die Anträge bis zur zulässigen Rahmenobergrenze bedienen – zum Stichtag 31. März 2026 entspricht dies einem Gesamtvolumen von rund 83 Millionen US-Dollar.
Das Überschreiten der Rücknahmegrenze ist ein seltenes Ereignis für den Fonds, der seit seiner Gründung vor knapp vier Jahren stets innerhalb der Limits operiert hat. Private-Credit-Fonds wie BDEBT bieten Anlegern im Gegensatz zu klassischen Publikumsfonds nur begrenzte Liquidität. Die vierteljährlichen Rückkäufe von bis zu 5% der ausstehenden Aktien sollen Investoren dennoch eine regelmäßige Möglichkeit zum Ausstieg bieten.
Solide Performance trotz erhöhter Rückforderungen
Trotz des erhöhten Rücknahmedrucks kann der Fonds auf eine überzeugende Leistungsbilanz verweisen. Seit Auflegung im Juni 2022 erzielte BDEBT für Aktionäre der Klasse I eine annualisierte Gesamtrendite (netto) von 9,1%. Das entspricht einem Vorsprung von 135 Basispunkten gegenüber der Performance öffentlicher Leveraged Loans im gleichen Zeitraum – ein deutliches Argument für die Anlage in private Kreditstrukturen gegenüber börsennotierten Alternativen.
Das Portfolio des Fonds ist zum Stand 30. April 2026 breit diversifiziert und robust aufgestellt. Es besteht zu 99,9% aus erstrangig besicherten Krediten (First Lien Senior Secured Loans) bei rund 290 Unternehmen aus mehr als 45 Branchen. Das gewichtete durchschnittliche Beleihungsauslaufverhältnis (Loan-to-Value Ratio) im Privatportfolio liegt bei lediglich 31% – ein Wert, der auf eine konservative Kreditvergabe hindeutet.
Starke Liquiditätsreserven und gesunde Portfoliokennzahlen
Der Fonds verfügt über eine geschätzte Gesamtliquidität von rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Diese setzt sich zusammen aus:
- Rund 775 Millionen US-Dollar an ungenutzten Kreditfazilitäten
- Über 460 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln
- Mehr als 170 Millionen US-Dollar an Barmitteln
Der eingesetzte Hebel (Leverage) liegt bei moderaten 0,5x, was auf eine vergleichsweise konservative Finanzierungsstruktur hinweist. Diese Liquiditätspolster dürften dazu beitragen, die erhöhten Rücknahmeanträge ohne größere Verwerfungen im Portfolio zu bewältigen.
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Zur AktienanalyseDie Qualität der Portfoliounternehmen unterstreicht die Stabilität des Fonds. In den zwölf Monaten bis zum 31. März 2026 steigerten die Unternehmen ihren Umsatz auf gewichteter Durchschnittsbasis um 12,2% und ihr EBITDA um 9,0%. Der Zinsdeckungsgrad lag bei 2,4x – ein Indikator dafür, dass die Kreditnehmer ihre Zinsverpflichtungen komfortabel bedienen können.
Besonders positiv fällt die niedrige Quote notleidender Kredite auf. Non-accrual Loans – also Kredite, bei denen die Zinszahlungen ausgesetzt wurden – machten zum 31. März 2026 lediglich 0,02% des Portfolios zum beizulegenden Zeitwert aus. Die sogenannten PIK-Erträge (Payment-in-Kind), bei denen Zinsen nicht in bar, sondern in Form zusätzlicher Schuldinstrumente gezahlt werden, beliefen sich im ersten Quartal 2026 auf 1,3% des Gesamtertrags – ebenfalls ein moderater Wert.


