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Blackout legt Spanien und Portugal lahm

Zentralsteuerung bei Köln verhindert Ausweitung auf weitere Teile Europas

 Blackout legt Spanien und Portugal lahm

Gegen 12:33 Uhr deutscher Zeit trat auf der Iberischen Halbinsel ein weitreichender Stromausfall ein, der große Teile Spaniens und Portugals erfasste. In Städten wie Madrid, Barcelona, Valencia und Lissabon blieben U-Bahnen in Tunneln stecken, Ampeln fielen aus, Tankstellen stellten den Betrieb ein und die Kommunikation an Flughäfen wurde auf Notstrombetrieb umgestellt. Auch in Krankenhäusern musste improvisiert werden, um Patienten zu versorgen. Der Stromausfall traf auch öffentliche Veranstaltungen wie das Tennisturnier in Madrid, wo Zuschauer das Stadion ohne funktionierende Drehkreuze verlassen mussten.

Gleichzeitig schlug in der Schaltzentrale des Übertragungsnetzbetreibers Amprion bei Köln Alarm. In der Hauptschaltleitung im nordrhein-westfälischen Brauweiler überwachen Techniker den Stromfluss nicht nur für Deutschland, sondern für das gesamte europäische Hochspannungsnetz. Dieses Verbundsystem reicht von Skandinavien bis zur Iberischen Halbinsel. Auf der Anzeigewand der Leitzentrale sprang die Netzanzeige für Spanien und Portugal plötzlich auf Schwarz – ein vollständiger Blackout in zwei Ländern.

Die Ursache des Ausfalls blieb zunächst unklar. Portugals Ministerpräsident wies lediglich auf einen Ursprung im spanischen Netz hin, ohne Details zu nennen. Gleichzeitig kamen erste Spekulationen auf: Ein Hackerangriff, ein Kraftwerksausfall oder das Versagen zentraler Netzschaltpunkte könnten Auslöser gewesen sein. Auch eine plötzliche Diskrepanz zwischen Stromangebot und -nachfrage wird als mögliche Ursache betrachtet. In der Fachsprache ist in solchen Fällen vom „Lastabwurf“ die Rede – ein automatischer Prozess zur Stabilisierung, der jedoch aus dem Ruder gelaufen sein könnte.

Die Stabilität des europäischen Stromnetzes konnte durch schnelle Gegenmaßnahmen erhalten werden. Die Netzkoordinatoren in Deutschland und der Schweiz isolierten die betroffenen Länder, aktivierten Reservekapazitäten und entlasteten kritische Bereiche. Der französische Netzbetreiber meldete zeitweise ebenfalls kritische Werte, konnte aber nach wenigen Stunden wieder Entwarnung geben. In Deutschland sahen die Betreiber keine Gefahr für die eigene Netzstabilität.

Am Nachmittag teilten die Netzbetreiber REE und REN mit, dass der Wiederaufbau der Stromversorgung in Spanien und Portugal begonnen habe. Erste Regionen im Norden, Süden und Westen seien wieder ans Netz angeschlossen. Sicherheitsexperten halten einen technischen Fehler für wahrscheinlicher als eine gezielte Cyberattacke. Dennoch könnte es bis zur vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung noch bis Dienstag dauern.

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