Bitfinex Bitcoin-Longs auf Höchststand trotz fallender Kurse
Gehebelte Trader auf Bitfinex kaufen trotz Kursverlusten aggressiv nach – Long-Positionen erreichen höchsten Stand seit Dezember 2023.

Bitcoin-Long-Positionen auf der Kryptobörse Bitfinex sind am 20. Mai auf 80.636 BTC gestiegen – den höchsten Stand seit Dezember 2023. Laut Daten von TradingView entspricht dies einem Anstieg von rund 10 % seit Beginn des Jahres 2026. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Zunahme an gehebelten Kaufpositionen inmitten eines anhaltenden Kursrückgangs stattfand.
Bitcoin selbst verlor seit Jahresbeginn rund 13 % an Wert. Zwischen dem 15. und 19. Mai rutschte der Kurs in fünf aufeinanderfolgenden Verlusttagen von über 80.000 US-Dollar auf etwa 76.000 US-Dollar ab. Dies stellt die zweitlängste Verlustserie des laufenden Jahres dar. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung strebte Bitcoin seine erste tägliche grüne Kerze seit sechs Tagen an.
Im größeren Kontext notiert Bitcoin derzeit rund 35 % unterhalb seines Allzeithochs vom Oktober 2025, das bei 126.000 US-Dollar lag. Die aktuelle Schwächephase trifft den Markt damit in einer technisch wie psychologisch bedeutsamen Phase.
Der Bitfinex-Wal als Kontraindikator
Marktbeobachter richten ihren Blick auf ein historisches Muster: Der sogenannte Bitfinex-Wal – also große gehebelte Long-Positionen auf dieser Börse – fungierte in der Vergangenheit häufig als Kontraindikator. Große Positionen wurden typischerweise in Phasen der Marktschwäche ausgebaut und in der Nähe lokaler Hochpunkte sowie Trendwenden wieder reduziert. Dieses Muster garantiert zwar keinen Boden, zieht jedoch die Aufmerksamkeit von Analysten auf sich, die die Positionierung großer Marktteilnehmer als Frühindikator beobachten.
Gleichzeitig birgt die Anhäufung gehebelter Long-Positionen ein erhebliches Risiko. Sollten die Preise weiter fallen, könnte eine Kaskade von Zwangsliquidationen ausgelöst werden, die den Abwärtsdruck eher verstärkt als abfedert. Steigende Margin-Longs bei fallendem Kurs können daher auch ein Signal sein, dass ein klarer Boden noch nicht gefunden wurde.
Wichtige technische Schlüsselzone bei 78.000 bis 81.000 US-Dollar
Aus technischer Sicht befindet sich Bitcoin derzeit in einer kritischen Zone. Der Vermögenswert testet sowohl den sogenannten „True Market Mean" als auch die Kostenbasis kurzfristiger Halter nahe 78.000 US-Dollar. Der gleitende 200-Tage-Durchschnitt liegt mit über 81.000 US-Dollar etwas höher. Viele Trader werten das Zurückerobern dieses Niveaus als ersten notwendigen Schritt in Richtung einer strukturellen Erholung.
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Zur AktienanalyseAnalysten haben im Verlauf des Jahres 2026 konsistent auf den Bereich zwischen 78.000 und 81.000 US-Dollar als Schlüsselzone hingewiesen, die Bitcoin zurückerobern muss, bevor eine nachhaltige Erholung wahrscheinlich wird. Die aktuelle Marktlage spiegelt ein anhaltendes Kräftemessen zwischen sogenannten „Dip-Buyern" – also Käufern, die bei Kursrücksetzern einsteigen – und Verkäufern wider.
Die Divergenz zwischen steigendem Margin-Engagement und fallenden Preisen macht die aktuelle Situation für Anleger besonders schwer einzuschätzen. Ob die gehebelten Käufer letztlich Recht behalten oder eine Liquidationskaskade riskieren, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob Bitcoin die technische Schlüsselzone erfolgreich verteidigen kann.


