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Bitcoin unter 90.000 Dollar: Grönland-Krise belastet Märkte

Geopolitische Spannungen um Grönland und fiskalische Sorgen in Japan setzen globale Märkte unter Druck. Bitcoin fällt auf Jahrestiefs, während Anleger in sichere Häfen flüchten.

Bitcoin unter 90.000 Dollar: Grönland-Krise belastet Märkte

Die globalen Finanzmärkte zeigen sich nervös: Bitcoin ist am Mittwoch unter die psychologisch wichtige Marke von 90.000 US-Dollar gefallen und notierte zeitweise bei 89.801 Dollar. Die größte Kryptowährung der Welt kämpft mit dem schwierigsten Jahresstart seit langem.

Auslöser der Marktturbulenzen sind die eskalierenden Spannungen um Grönland. US-Präsident Donald Trump droht acht europäischen Ländern mit Zöllen, sollte kein Abkommen über die dänische Kolonie zustande kommen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos will Trump mit "verschiedenen Parteien" über Grönland verhandeln – militärische Optionen schloss er nicht aus.

Kryptomarkt im Abwärtssog

Der gesamte Kryptomarkt folgt Bitcoin nach unten. Ether verlor 4,8 Prozent auf 2.984 Dollar, XRP gab 1,5 Prozent ab, BNB büßte 3,8 Prozent ein. Auch Solana und Cardano verzeichneten Verluste von jeweils rund 2 Prozent. Selbst Meme-Coins wie Dogecoin und der Trump-Coin gerieten unter Druck.

Ein Lichtblick kommt von Strategy Inc. (MSTR), dem größten institutionellen Bitcoin-Halter. Das Unternehmen kaufte zwischen dem 12. und 19. Januar weitere 22.305 Bitcoin für 2,13 Milliarden Dollar. Der Gesamtbestand steigt damit auf 709.715 Coins.

Doch Anleger zeigen sich unbeeindruckt: Die Strategy-Aktie fiel nach der Bekanntgabe um 7 Prozent. Investoren sorgen sich um das schuldenfinanzierte Kaufprogramm, zumal das Unternehmen im vierten Quartal unrealisierte Verluste von 17,44 Milliarden Dollar auf seine Bitcoin-Bestände meldete. Die Aktie hat sich 2025 bereits fast halbiert.

Drohende Zollspirale belastet Aktienmärkte

Trumps Zolldrohungen treffen die Märkte hart. Sollten die angekündigten Abgaben gegen Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland tatsächlich kommen, wären US-Exporte im Wert von rund 100 Milliarden Dollar betroffen. Die Zölle sollen bei 10 Prozent ab dem 1. Februar beginnen und bis Juni auf 25 Prozent steigen.

Die Europäische Union hält bereits eine Liste von US-Produkten bereit, die sie als Vergeltung mit Zöllen belegen könnte. Vorerst setzt Brüssel auf Dialog, bereitet sich aber auf alle Szenarien vor.

US-Aktienindizes erlebten am Dienstag die stärksten Verluste seit drei Monaten. Der S&P 500 fiel um 2,1 Prozent, der Nasdaq Composite um 2,4 Prozent und der Dow Jones um 1,8 Prozent. Besonders hart traf es handelsabhängige Aktien wie Lululemon Athletica (-6,5 Prozent) und Yeti Holdings (-5 Prozent).

Asiatische Märkte unter Druck

Die Unsicherheit schwappte nach Asien über. Japans Nikkei 225 verlor 0,6 Prozent, der Hang Seng in Hongkong 0,2 Prozent und Südkoreas KOSPI 0,8 Prozent. Einzig Chinas Shanghai Composite konnte sich mit einem Plus von 0,3 Prozent dem Trend entziehen, gestützt durch Hoffnungen auf weitere Konjunkturmaßnahmen Pekings.

Fiskalsorgen in Japan verschärfen Lage

Zusätzlichen Druck auf die Märkte üben fiskalische Sorgen in Japan aus. Premierministerin Sanae Takaichi hat Neuwahlen für Anfang Februar ausgerufen und plant massive Konjunkturprogramme sowie weitere Steuererleichterungen. Besonders brisant: Die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel soll für zwei Jahre ausgesetzt werden – Kosten: 0,75 Prozent des BIP.

Investoren fragen sich, wie Japan diese Programme finanzieren will. Das Land hat bereits die höchste Staatsverschuldung aller Industrienationen. Die Renditen zehnjähriger japanischer Staatsanleihen kletterten auf den höchsten Stand seit 27 Jahren.

Dollar unter Druck, Gold glänzt

Der US-Dollar geriet unter Verkaufsdruck. Euro und britisches Pfund legten gegenüber dem Greenback zu. Der Schweizer Franken, traditioneller sicherer Hafen, stieg um 0,6 Prozent. Einige Fondsmanager reduzierten ihre Dollar-Exposition, da sie die Rechtsstaatlichkeit in den USA infrage gestellt sehen. Berichte deuten darauf hin, dass europäische Investoren begonnen haben, US-Staatsanleihen zu verkaufen.

Gold profitiert von der Flucht in sichere Häfen und erreichte eine Serie neuer Rekordhochs.

Gemischte Unternehmensnachrichten

Netflix enttäuschte trotz guter Quartalszahlen mit seiner Prognose und verlor im Nachbörsenhandel fast 5 Prozent. Der Streaming-Riese verwies auf nachlassende Nachfrage nach lizenzierten Inhalten. United Airlines hingegen legte um 5 Prozent zu, dank starker Zahlen und positiver Aussichten.

Analysten wie Mark Dowding von RBC BlueBay Asset Management mahnen zur Besonnenheit. Trumps Rhetorik bleibe oft folgenlos, man müsse abwarten, was tatsächlich umgesetzt werde. Bis dahin dürfte die Volatilität an den Märkten hoch bleiben.

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