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Bitcoin stabilisiert sich bei 64.800 Dollar trotz geopolitischer Spannungen

Nachlassende Zinssorgen stützen Bitcoin, doch Iran-Spannungen und Ölpreisanstieg belasten den Risikoappetit der Märkte.

Bitcoin stabilisiert sich bei 64.800 Dollar trotz geopolitischer Spannungen

Bitcoin hat sich am Donnerstag bei rund 64.830 Dollar stabilisiert und dabei nur leicht um 0,2 Prozent nachgegeben. Die weltweit größte Kryptowährung profitierte in den vergangenen Tagen von schwachen US-Inflationsdaten, die Sorgen vor unmittelbaren Zinserhöhungen der Federal Reserve dämpften. Auf Wochensicht steht Bitcoin damit rund 1,6 Prozent im Plus – eine Erholung von den zuvor markierten Jahrestiefstständen.

Die schwachen Verbraucher- und Erzeugerpreisdaten für den Monat Juni hatten die Märkte zuletzt dazu veranlasst, ihre Erwartungen an baldige Zinserhöhungen zurückzuschrauben. Für Kryptowährungen ist das ein wichtiges Signal: Als unverzinste, spekulative Vermögenswerte leiden Bitcoin und Co. besonders unter einem Hochzinsumfeld, während ausbleibende Zinsschritte dem Sektor Rückenwind verleihen.

Geopolitische Risiken belasten den Markt

Trotz der positiven Zinssignale belasteten die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Stimmung an den Kryptomärkten spürbar. Die beiden Länder lieferten sich den fünften Tag in Folge gegenseitige Angriffe, ohne dass eine Bereitschaft für ein neues Friedensabkommen erkennbar war. Der Ölfluss durch die strategisch wichtige Straße von Hormus blieb gestört, was die Ölpreise deutlich nach oben trieb.

Die steigenden Energiepreise schüren Befürchtungen, dass die Inflation in den kommenden Monaten wieder anziehen könnte – was wiederum die Zinsen im weiteren Jahresverlauf nach oben treiben würde. Dieser Zusammenhang hielt den allgemeinen Risikoappetit der Anleger in Schach. Zusätzlich belastete ein Ausverkauf bei hochbewerteten Chip-Aktien die Marktstimmung.

Strategy-CEO bekennt sich zu Bitcoin

Für Gesprächsstoff sorgte ein Interview mit Phong Le, CEO von Strategy Inc. (NASDAQ: MSTR), dem weltweit größten Bitcoin-Halter. Le erklärte am Dienstag gegenüber Bloomberg TV, dass sein Unternehmen langfristig ein Käufer von Bitcoin bleibe. „Mein Ziel ist es, auf absehbare Zeit der größte Käufer von Bitcoin zu sein", so Le. Risiken für das sogenannte Treasury-Modell des Unternehmens sehe er erst, wenn Bitcoin auf 8.000 bis 10.000 Dollar fallen würde.

Diese Aussagen kamen zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Strategy hatte Anfang des Monats Bitcoin im Wert von über 215 Millionen Dollar verkauft und gleichzeitig bekanntgegeben, seit fast einem Monat keine neuen Bitcoin-Käufe getätigt zu haben. Diese Entwicklung hatte Zweifel an der Nachhaltigkeit der Unternehmensstrategie geweckt, insbesondere angesichts der Verbindlichkeiten aus Kapital und Schulden, die zur Finanzierung der Bitcoin-Käufe aufgenommen wurden. Analysten weisen darauf hin, dass jeder dauerhafte Verkauf durch Strategy angesichts des enormen Umfangs der Bestände ein erhebliches Risiko für den Bitcoin-Preis darstellt.

Breiter Kryptomarkt mit gemischtem Bild

Im breiteren Kryptomarkt zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Ether, die weltweite Nummer zwei unter den Kryptowährungen, legte um 2,3 Prozent auf 1.926,19 Dollar zu. XRP gewann 0,9 Prozent, während Solana um 1,2 Prozent nachgab. Cardano und BNB verzeichneten geringfügige Zuwächse. Die Memecoins Dogecoin und $TRUMP bewegten sich um weniger als 1 Prozent.

Ein Mangel an direkt positiven Impulsen begrenzte die Gewinne im gesamten Sektor. Die Märkte befinden sich damit in einem Spannungsfeld zwischen nachlassenden Zinsbefürchtungen auf der einen und geopolitischen Risiken sowie Inflationssorgen auf der anderen Seite – ein Umfeld, das kurzfristig für Volatilität sorgen dürfte.

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