Bitcoin-Mining als Teil der Produktion
Wie ein Mittelständler überschüssigen Solarstrom wirtschaftlich nutzbar macht

Die Kläger Group mit Sitz im bayerischen Neusäß bei Augsburg hat Bitcoin-Mining in ihre Produktionsprozesse integriert und nutzt dafür überschüssigen Solarstrom. Das Unternehmen, das rund 300 Mitarbeiter beschäftigt und unter anderem Sprühsysteme sowie Kunststoffpräzisionsteile herstellt, verfolgt damit einen neuartigen Ansatz zur Nutzung erneuerbarer Energie. CEO Kristian Kläger beschreibt die Maßnahme als wirtschaftlich wie strategisch notwendig, um sich angesichts steigender Energiekosten unabhängiger zu machen. Das Unternehmen erzeugt einen Großteil seines Stroms durch eigene Photovoltaikanlagen auf den Werkdächern und in einem Solarpark in Sachsen.
An Tagen mit geringem Stromverbrauch wie Wochenenden oder Feiertagen wird der überschüssige Strom nicht ins Netz eingespeist, sondern für das Bitcoin-Mining verwendet. Dabei kommen sogenannte ASIC-Miner zum Einsatz, die flexibel an- und abgeschaltet werden können. Die gewonnene Wärme wird zusätzlich in Produktionsprozesse eingebunden, zum Beispiel zur Wassererhitzung. Laut Kläger steigert dies die Energieeffizienz und verbessert die CO₂-Bilanz des Unternehmens. Inzwischen ist der überproduzierte Strom in der Lage, im Rahmen des Minings durchschnittlich zwischen acht und zwanzig Cent pro Kilowattstunde einzubringen – in Spitzenzeiten auch bis zu 50 Cent.
Seit 2021 hält die Kläger Group Bitcoin in ihrer Bilanz. Ein Jahr später kündigte sie offiziell an, Mining als festen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie zu etablieren. Die Investition erfolgt nicht allein: Das Mining erfolgt im Rahmen eines Pools, um die Wahrscheinlichkeit der Blockvalidierung zu erhöhen. Der dabei generierte Wert verbleibt im Unternehmen, die geschürften Bitcoin werden nicht veräußert, sondern bilanziell erfasst.
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Zur AktienanalyseNeben den praktischen Anwendungen innerhalb des Unternehmens verfolgt die Kläger Group das Ziel, ihre Erfahrungen anderen zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck gründete sie das Start-up terahash.energy GmbH, das sich auf die Verbindung von Bitcoin-Mining und dezentraler Energienutzung spezialisiert hat. Im Juni soll ein weiteres Datencenter in Finnland eröffnen, das mit einer Leistung von 1,7 Megawatt sowohl Fernwärme bereitstellt als auch zur Netzstabilität beiträgt. In einem firmeneigenen Energy-Labor arbeitet das Team der Kläger Group unterdessen weiter daran, die Effizienz der Synergien zwischen Produktion und Mining zu verbessern.


