Bitcoin: Händler erwarten weiteren Absturz unter 60.000 Dollar
Nach dem jüngsten Ausverkauf prognostizieren Händler auf Prognoseplattformen neue Tiefststände für Bitcoin im Jahr 2026.

Bitcoin hat am Dienstag den niedrigsten Stand seit Anfang April erreicht. Auslöser war ein sich verschärfender Abwärtstrend, der durch den Verkauf kleinerer Bitcoin-Bestände des Krypto-Treasury-Unternehmens Strategy in Gang gesetzt wurde. Im bisherigen Wochenverlauf verlor die Kryptowährung fast 10%, zuletzt notierte Bitcoin bei rund 66.500 Dollar.
Damit liegt der Kurs der weltweit größten Kryptowährung mehr als 45% unter dem Allzeithoch von über 120.000 Dollar, das im Oktober des vergangenen Jahres erreicht worden war. Der aktuelle Rückgang verdeutlicht, wie stark sich die Stimmung am Kryptomarkt eingetrübt hat.
Händler rechnen mit Kursen unter 60.000 Dollar
Auf der Prognoseplattform Kalshi sehen Händler eine Wahrscheinlichkeit von fast 80%, dass Bitcoin im Jahr 2026 unter die Marke von 60.000 Dollar fallen wird. Dies würde ein neues Jahrestief bedeuten und den Kurs unter das Niveau vom Februar drücken, als Bitcoin bis auf 60.062 Dollar abrutschte. Seit August 2024 wurde Bitcoin nicht mehr mit einer Vier an vorderster Stelle seines Preises gehandelt.
Noch pessimistischer ist die Einschätzung für ein weiteres Abrutschen: Händler auf Kalshi beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin in diesem Jahr sogar unter 50.000 Dollar sinkt, auf 52%. Ein solches Szenario würde den Kryptomarkt tief in den sogenannten „Kryptowinter" treiben und das Vertrauen vieler Anleger auf eine harte Probe stellen.
Chancen auf sechsstellige Kurse schwinden
Gleichzeitig sind die Erwartungen für eine Erholung deutlich gesunken. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im Jahr 2026 wieder die 100.000-Dollar-Marke erreicht, wird auf Kalshi nur noch mit 27% bewertet. Anfang Mai lag diese Einschätzung noch bei fast 50% – ein drastischer Stimmungsumschwung innerhalb weniger Wochen.
Auch auf der Konkurrenzplattform Polymarket ist die Skepsis groß: Dort sehen Händler lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 12%, dass Bitcoin im Jahr 2026 neue Allzeithochs erzielen wird. Die Aussichten auf eine schnelle Rückkehr zu Rekordkursen gelten damit als äußerst gering.
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Für deutsche Privatanleger, die Bitcoin als Beimischung im Portfolio halten, verdeutlichen diese Prognosen das erhebliche Rückschlagspotenzial der Kryptowährung. Prognoseplattformen wie Kalshi und Polymarket bilden die kollektive Marktmeinung von Händlern ab und gelten als Stimmungsbarometer – sie sind jedoch keine verlässlichen Vorhersagen, sondern spiegeln die aktuellen Erwartungen der Marktteilnehmer wider.
Die Entwicklung zeigt, wie schnell sich das Sentiment im Kryptomarkt drehen kann. Noch im vergangenen Oktober schien ein dauerhafter Verbleib über der 100.000-Dollar-Marke für viele Beobachter realistisch. Heute dominieren Vorsicht und Skepsis das Bild – und die Frage, ob der Boden im aktuellen Abwärtszyklus bereits gefunden ist, bleibt offen.


