Bitcoin fällt unter 91.000 USD: Grönland-Krise belastet Kryptomarkt
Bitcoin ist am Dienstag auf 90.916 USD gefallen und gibt damit die Gewinne der vergangenen Wochen ab. Auslöser sind die eskalierenden geopolitischen Spannungen um Grönland und Verzögerungen bei der US-Kryptoregulierung.

Bitcoin hat am Dienstag seine Talfahrt fortgesetzt und fiel bis 07:39 Uhr MEZ auf 90.916,8 USD. Damit wurde die Erholung von Mitte Januar nahezu vollständig zunichtegemacht. Investoren flüchten angesichts wachsender Unsicherheit verstärkt in physische Sachwerte wie Gold.
Trump-Forderungen belasten Märkte
Der Auslöser für die jüngsten Kursverluste sind die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Europa. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Grönland-Frage diese Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu erörtern. Er bekräftigte die strategische Bedeutung der Insel für die nationale Sicherheit der USA.
Trump drohte acht europäischen Nationen mit Zöllen, sollten diese Grönland nicht abtreten. Ab dem 1. Februar sollen zusätzliche 10-prozentige Abgaben auf Importe aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Finnland und Großbritannien erhoben werden. Diese Abgaben würden am 1. Juni auf 25 Prozent steigen, falls keine Einigung erzielt wird. Europäische Staats- und Regierungschefs lehnten die Forderungen entschieden ab und bereiten Vergeltungsmaßnahmen vor.
Massive Liquidierungen belasten Kryptomarkt
Die erhöhte geopolitische Unsicherheit führte zu einer Flucht aus spekulativen Anlagen. Laut Daten von Coinglass wurden in den letzten 24 Stunden Long-Positionen im Wert von 260,32 Millionen USD liquidiert. Bereits zu Beginn der Woche waren Liquidierungen in Höhe von fast 900 Millionen USD verzeichnet worden.
Das Vertrauen der Kleinanleger in Bitcoin bleibt schwach, insbesondere in den USA. Der Coinbase Bitcoin Premium Index zeigt, dass die größte Kryptowährung auf dem US-Markt weiterhin unter dem globalen Durchschnitt gehandelt wird.
Altcoins folgen Bitcoin nach unten
Auch andere Kryptowährungen gaben deutlich nach. Ether fiel um 2,2 Prozent auf 3.126,01 USD, XRP sank um 0,6 Prozent und BNB um 1,1 Prozent. Solana verlor 1,3 Prozent. Lediglich Cardano konnte sich mit einem Plus von 0,9 Prozent dem negativen Trend entziehen.
Bei den Memecoins zeigte sich ein gemischtes Bild: Dogecoin legte leicht um 0,1 Prozent zu, während der $TRUMP-Token nach einem Einbruch unter die 5-Dollar-Marke um 0,9 Prozent zulegte.
Regulierungsverzögerung belastet zusätzlich
Neben den geopolitischen Sorgen belastete eine Verzögerung bei einem wichtigen US-Kryptoregulierungsvorhaben die Kurse. Die Diskussionen über das Gesetz, das einen klaren regulatorischen Rahmen schaffen soll, wurden verschoben, nachdem Coinbase Global Inc. Einwände gegen mehrere Vorschläge erhoben hatte.
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Zur AktienanalyseÖlmärkte zeigen sich widerstandsfähiger
Im Gegensatz zu Kryptowährungen erwiesen sich die Ölmärkte als widerstandsfähiger. Brent-Futures stiegen um 0,3 Prozent auf 64,13 USD pro Barrel, während US West Texas Intermediate (WTI) um 0,4 Prozent auf 59,69 USD zulegte.
Laut IG-Marktanalyst Tony Sycamore fand Rohöl Unterstützung durch besser als erwartete BIP-Daten aus China. Das Wachstum im vierten Quartal 2025 betrug 5,0 Prozent und erreichte damit das Regierungsziel. Die chinesische Raffineriedurchsatzrate stieg 2025 um 4,1 Prozent im Jahresvergleich auf einen Rekordwert.
Zudem stützte eine Dollar-Schwäche, ausgelöst durch Trumps Zollandrohungen, den Ölpreis. Der Dollar gab gegenüber anderen Währungen um 0,3 Prozent nach, was den Kauf von in Dollar denominierten Ölverträgen verbilligte.


