Bitcoin fällt unter 76.000 Dollar – Geopolitik und ETF-Abflüsse belasten
Iran-Spannungen und ein milliardenschwerer BlackRock-ETF-Blockverkauf drücken Bitcoin auf 75.730 Dollar.

Bitcoin ist am Mittwoch unter die psychologisch wichtige Marke von 76.000 US-Dollar gefallen. Um 02:33 Uhr ET (06:33 Uhr GMT) notierte die weltweit größte Kryptowährung bei 75.730,50 Dollar – ein Minus von 1,5 Prozent. Zwei Faktoren belasteten den Markt besonders stark: erneute geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie hohe Abflüsse aus Bitcoin-ETFs.
Die Marktstimmung trübte sich ein, nachdem das US-Militär Anfang der Woche Angriffe auf iranische Ziele durchgeführt hatte. Der Iran bezeichnete diese Aktionen als Verletzung eines Waffenstillstands, während US-Beamte sie als Verteidigungsmaßnahmen einstuften. Zusätzlich berichteten Medien über israelische Angriffe im Südlibanon, was die Sorge vor einem breiteren regionalen Konflikt weiter schürte.
Milliardenschwerer Blockverkauf beim BlackRock-Bitcoin-ETF
Besonders auffällig war ein gemeldeter Blockverkauf von Anteilen am iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock – bekannt unter dem Kürzel IBIT. Berichten zufolge wurde ein Paket im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar über einen sogenannten Dark-Pool-Handelsplatz abgewickelt. Der Zeitpunkt dieses Verkaufs fiel zeitlich mit dem jüngsten starken Kurseinbruch von Bitcoin zusammen.
Darüber hinaus verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs in den vergangenen Handelstagen anhaltende Abflüsse. Anleger wurden nach Wochen volatilen Handels und steigender geopolitischer Risiken zunehmend vorsichtiger und zogen Kapital aus diesen Produkten ab.
Die Schwäche im Kryptomarkt stand dabei in deutlichem Kontrast zur Entwicklung an den Aktienmärkten. Der technologielastige Nasdaq und der S&P 500 schlossen in der Nacht auf Rekordhoch, da Investoren auf eine weiterhin robuste Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz setzten. Auch asiatische Technologiewerte legten aufgrund des KI-Optimismus zu.
Altcoins folgen Bitcoin nach unten
Die meisten Altcoins weiteten ihre Verluste am Donnerstag aus und folgten dem Rückgang von Bitcoin. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, verlor 1,2 Prozent auf 2.077,92 Dollar. XRP, die Nummer drei nach Marktkapitalisierung, fiel ebenfalls um 1,2 Prozent auf 1,33 Dollar. Solana, Cardano und Polygon gaben jeweils rund 0,7 Prozent nach. Lediglich Dogecoin zeigte sich unter den Meme-Tokens unverändert.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseIm Fokus der Märkte steht nun die Veröffentlichung des US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) am Donnerstag. Dieser Indikator gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve. Zinsfutures signalisieren derzeit nur begrenzte Chancen auf eine Zinssenkung in diesem Jahr. Händler haben sogar begonnen, eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung einzupreisen – sollte die Inflation hartnäckig hoch bleiben und die Ölpreise aufgrund der Nahost-Spannungen weiter steigen.
Höhere Zinssätze belasten Kryptowährungen grundsätzlich auf zwei Wegen: Sie verringern die Liquidität im Markt und machen gleichzeitig sichere, zinstragende Anlagen wie Anleihen im Vergleich zu spekulativen Assets wie Bitcoin attraktiver. Für deutsche Anleger bedeutet das Zusammenspiel aus geopolitischer Unsicherheit, ETF-Abflüssen und einer restriktiveren Geldpolitik ein schwieriges Umfeld für Kryptoinvestments in den kommenden Wochen.


