Bitcoin: CEO von Transform Ventures erwartet neue Allzeithochs in drei Jahren
Trotz anhaltender ETF-Abflüsse und einem Kurs unter 63.000 Dollar bleibt Bitcoin-Pionier Michael Terpin langfristig optimistisch.

Bitcoin ist am Dienstag unter die Marke von 63.000 Dollar gefallen. Institutionelle Anleger zogen weiterhin Gelder aus Spot-Bitcoin-ETFs ab, wenngleich sich das Tempo der Abflüsse verlangsamte. Am Montag flossen 91,4 Millionen Dollar aus Spot-ETFs ab – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 325,7 Millionen Dollar, die am Freitag abgeflossen waren.
Dennoch verzeichneten Bitcoin-ETFs nun drei aufeinanderfolgende Wochen mit Netto-Abflüssen. Allein in der vergangenen Woche wurden 1,7 Milliarden Dollar abgezogen – der schlimmste wöchentliche Abfluss seit Februar 2025. Mehrere Faktoren belasteten die Marktstimmung: eine durch den Golfkrieg ausgelöste Risikoaversion, Sorgen über steigende Zinsen sowie eine Umschichtung des Anlegerinteresses hin zu Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI).
Strategy kauft in der Schwäche
Unterdessen nutzte Strategy, der größte unternehmenseigene Bitcoin-Halter, den Kursrückgang zum Einkauf. Das Unternehmen erwarb 1.550 Bitcoin für 101 Millionen Dollar und erhöhte damit seinen Gesamtbestand auf 845.256 Coins. Der Kauf erfolgte kurz nach dem Verkauf von 32 Bitcoin durch Strategy am 1. Juni, der selbst zur getrübten Stimmung im Kryptosektor beigetragen hatte.
Inmitten des Ausverkaufs warnt der Krypto-Investor und Bitcoin-Pionier Michael Terpin, CEO der Venture-Capital-Firma Transform Ventures und Autor von „Bitcoin Supercycle", dass ein Boden bei 57.000 Dollar früher erreicht werden könnte als ursprünglich erwartet. Während seine ursprüngliche Prognose auf September oder Oktober hindeutete, beziffert Terpin die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zyklus-Boden noch vor Mitte Juli erreicht wird, nun auf 50 Prozent.
„Höchstwahrscheinlich geht es von hier aus weiter abwärts, aber das ist kein Grund zur Panik. Es ist ein Grund, am Boden zu kaufen, da Bitcoin-Zyklen (bisher) immer im Zwischenjahr kapitulieren und dann drei Jahre lang kräftig steigen, bevor die nächste Blase platzt", sagte Terpin gegenüber Investing.com. Sollte der Boden tatsächlich vor Mitte Juli erreicht werden, dürften die Preise im Oktober laut Terpin wahrscheinlich über 70.000 Dollar liegen.
Institutionelle Anleger: Ein Mythos wird entzaubert
Zur Frage, ob institutionelle Halter die Tiefe eines Bitcoin-Abschwungs maßgeblich beeinflussen, nimmt Terpin eine klare Position ein. „Es ist ein Mythos, dass die Mehrheit der Krypto-Halter inzwischen Institutionen sind. Die überwiegende Mehrheit – etwa 88 Prozent – wird von Einzelpersonen gehalten, einschließlich derer auf Börsen, während etwa 12 Prozent ‚institutionell' sind", erklärte er. Die Hälfte davon entfalle auf ETFs, die zwar von Institutionen verwaltet, aber letztlich von Privatanlegern gehalten werden.
Die starken ETF-Abflüsse während des aktuellen Bärenmarktes widerlegen laut Terpin die Theorie, dass ETF-Investoren sogenannte „Sticky Holder" – also langfristig orientierte Anleger – seien. Diese Einschätzung ist für deutsche Privatanleger besonders relevant, da der Hype um Bitcoin-ETFs nach deren US-Zulassung Anfang 2024 auch hierzulande für großes Aufsehen gesorgt hatte.
Quantencomputing und KI: Keine existenziellen Bedrohungen
Auf die Frage nach Quantencomputing-Risiken für Bitcoin gibt sich Terpin gelassen: „Quantenrisiken für Bitcoin werden überbewertet, und bisher gab es keine Kursrückgänge, die primär auf Quantenbedrohungen für Bitcoin basierten." Er argumentiert, dass ein staatlicher Akteur wie Nordkorea im Falle eines SHA-256-Hacks zunächst Bankensysteme, Krankenhäuser und die Verteidigungsindustrie ins Visier nehmen würde, bevor er sich an Bitcoin-Wallets vergreife.
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Zur AktienanalyseZur Frage, ob eine nachlassende KI-Dynamik Privatanleger zurück zu Krypto bringen könnte, sagt Terpin: „Wenn eine Blase platzt, sucht das ‚Smart Money' nach unterbewerteten Sektoren." Er verweist darauf, dass Bitcoin sich in jedem bisherigen Zwischenjahr-Bärenmarkt erholt habe – 2014, 2018, 2022 und nun 2026.
Langfristiger Ausblick: 200.000 Dollar bis 2029
Terpin weist zudem auf eine historische Besonderheit des aktuellen Zyklus hin: Erstmals sei der Bitcoin-Preis von seinem Allzeithoch unter den Preis des vorherigen Halvings gefallen. Er führt dies auf das Gesetz der abnehmenden Erträge zurück – die Gewinne schrumpften von einer 100-fachen Steigerung im Zyklus 2012–13 auf etwa eine Verdoppelung im Zeitraum 2024–26.
Trotz der kurzfristigen Schwäche bleibt Terpin für die Zukunft optimistisch. „Bleiben Sie dran – und machen Sie sich bereit, mutig zu sein und zu kaufen. Sie werden froh sein, wenn Bitcoin im Jahr 2029 bei über 200.000 US-Dollar steht", sagte er. Für langfristig orientierte Anleger sieht er den aktuellen Rücksetzer damit als potenzielle Kaufgelegenheit.


